Härtetest für die Eigner Angels

(thla.) Nach zwei deutlich gewonnenen Testspielen gegen Zweitligisten treten die Eigner Angels an diesem Wochenende einen echten Härtetest an. Beim Angels-Cup in der Nördlinger Hermann-Keßler-Halle gibt es ab Samstag einen deutsch-österreichischen Ländervergleich. Aus der Alpenrepublik reisen die Herzoginnen des siebenfachen österreichischen Meisters der BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg und die ASKÖ DBB LZ OÖ aus Steinhaus/Oberösterreich an. Zum Nördlinger Erstligisten gesellen sich die GiroLive Panthers aus Osnabrück, immerhin Vierte der letzten Hauptrunde und unterlegener Halbfinalist in den Play Offs um die Deutsche Meisterschaft der Saison 2021/22.

Zwei Angels-Siege in der bisherigen knapp dreiwöchigen Vorbereitung, 177 erzielte und 98 kassierte Punkte: so schlecht sieht die Statistik der Kraterbasketballerinnen nicht aus. Auf den ersten Blick: schaut man genauer hin, erkennt man doch einige Baustellen, die es bis zum Pokalfight der 2. Runde beim Deutschen Meister USC Freiburg am 08.10. fertigzustellen gilt. Die Ansprüche der Eigner Angels sind gewachsen. Das Team um Coach Ajtony Imreh will diese Saison unbedingt in die Play Offs. Ein Ziel, dass man letzte Saison knapp verfehlte. In den bisherigen Vorbereitungsspielen fehlte es vor allem an offensiven Ideen, von Systemen nach so kurzer Vorbereitungszeit kann man noch nicht sprechen. Erschwerend für das stotternde Angriffsspiel der Angels ist, dass mit Sami Hill die Lenkerin des Nördlinger Spiels mit Team Kanada in Australien bei der am 22.09. begonnenen Weltmeisterschaft weilt. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass Kanada bis zum Endspiel (01.10.2022) im Turnier bleibt, dennoch wird sie noch eine Weile nicht zu Verfügung stehen. Vermisst werden unter anderem ihre Highspeedläufe. Denn vor allem auf Tempo und Power warteten die Nördlinger Fans in den Testspielen vergeblich. Auch fehlte der von Coach Tony geforderte Biss in der Verteidigung. „Geht an eure Foullimits. Eure Gegner sollen Respekt haben, wenn sie gegen die Eigner Angels antreten.“ Den hatten zumindest die sechs angetretenen Schwabacherinnen letzten Samstag nicht, konnten sie doch gut mit dem Bundesligadino mithalten. Auch die Münchnerinnen im ersten Testspiel ließ man zu lange mitspielen.  Das Fehlen von Sami Hill, Julie Ruzevich und Mesi Obanor kann hier für einen ambitionierten Erstligisten nicht als Entschuldigung gelten. Mit den verbliebenen Angels um das finnische Nationalspielerinnenduo Anissa Pounds und Elina Koskimies soll man schon in der Lage sein, mehr Mut und Selbstbewusstsein auf die Bretter zu bekommen. Allerdings springt ein gutes Pferd auch nur so hoch wie es muss. Und hoch springen müssen die Angels, wenn sie am Samstag um 18.00Uhr um den Finaleinzug gegen das Damenbasketball Leistungzentrum Oberösterreich ASKÖ DBB LZ OÖ spielen. Zuvor treten um 15.00Uhr Osnabrück und Klosterneuburg gegeneinander. Das Spiel um Platz eins am Sonntag um 14.00Uhr wäre ein schöner Erfolg für die Angels, wichtiger ist es aber für Trainer, Verantwortliche und Fans zu sehen, dass man auf einem guten Weg in die 15. Bundesligasaison ist. Etwas mehr Biss und Esprit als in den vorausgegangenen Testspielen sollen es nach den Vorstellungen der

 Verantwortlichen sein. Zu sehr sah das bisher Vorgetragene nach Steinewerfen und nicht nach dem gewohnt rasanten Nördlinger Basketball aus, der die Zuschauer in die Halle lockt und zum Anfeuern ermutigt. Unabhängig davon, in welcher Aufstellung man aufläuft, muss sich ein selbst ernannter Playoff-Aspirant diesen Ansprüchen stellen.

Die Spielpaarungen und Zeiten:

Samstag, 24.09.:

15:00 Uhr           Spiel 1: GiroLive Panthers Osnabrück – BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg

18:00 Uhr           Spiel 2: EIGNER Angels Nördlingen – ASKÖ DBB LZ OÖ

Sonntag, 25.09.:     

11.00 Uhr           Verlierer Spiel 1 – Verlierer Spiel 2

14.00Uhr             Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2    

Bild: Michael Soller
Text:
Thomas Lambertz

Tonys Angels haben viel Arbeit vor sich

Viele neue Gesichter und Projekte haben die Nördlinger Erstligabasketballerinnen vor dem Start der neuen Saison vorgestellt. Das größte Projekt, das Erreichen der Play-offs, wird aber auch die meiste Arbeit benötigen, wie die blutleere Vorstellung im Testspiel gegen die KIA Metropol Baskets aus Schwabach zeigen sollte

Im 15. Jahr sind die Angels nun in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga vertreten und gehören damit zu den Dinos der Liga. Von einer großen Finanzkraft kommt diese Konstanz nicht, sondern von der Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, betonte Thomas Lambertz, einer von drei Vereinsvorsitzenden, beim Sponsorenevent in der Hermann-Kessler-Halle. Er erinnerte daran, dass Vereine wie die BG Donau-Ries – der Mutterverein der Angels-Mannschaft – sehr unter den durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkten Zuschauerzahlen gelitten haben. Entsprechend hoffen die Verantwortlichen in diesem Jahr wieder auf eine volle Halle bei den Heimspielen: „Wenn nur 150 Leute in die Halle dürfen, macht es keinen Spaß und geht auch an die Existenz“, klagte Lambertz.

Geboten bekommen Angels-Anhänger in der nächsten Saison viele Neuerungen. Da wäre zum Beispiel die dreigeteilte LED-Bande, über die sowohl Namen und Porträts der Spielerinnen als auch Werbebotschaften der Sponsoren flimmern werden. Bene Lasser kümmert sich für die Angels um die neue Technik, deren Kinderkrankheiten bis zum ersten Heimspiel gegen Aufsteiger Alba Berlin am 16. Oktober ausgemerzt sein sollen. Eine weitere Verbesserung erfährt der Livestream, der jetzt schon der „ligaweit beste“ sei, wie den Angels laut Lambertz immer wieder bestätigt werde. Mit den neuen Korbkameras soll die Qualität der Spielübertragungen im Internet noch einmal steigen. Ein weiteres Novum stellt die Kooperation mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium Nördlingen dar, die von den Schülern Jonas Mohr und Antonia Engert präsentiert wurde: Die Schule ist dem Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ beigetreten, das sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung positioniert, die Angels als immer schon multinationales Team fungieren als Pate. Zusammen wurden bereits T-Shirts gestaltet, die auch schon erhältlich sind.

Martin Fürleger, der zusammen mit Peter Struck das Vorsitzenden-Trio komplettiert, stellte im Anschluss das Team vor. Die Zusammenstellung sei wieder gut gelungen, es sei eine charakterlich gute Mannschaft. Sportlich werde es auf die Gegner ankommen, ob es in diesem Jahr schon reicht für ambitionierte Ziele. Elf Mannschaften sind dieses Jahr in der 1. DBBL vertreten, darunter Vereine aus Großstädten wie Berlin, Freiburg und Hannover. Ziel der Angels ist es laut Fürleger, die Play-offs zu erreichen, „danach ist alles möglich“, so der Vorsitzende.

Dieses Ziel erreichen sollen die Amerikanerin Laken James in ihrer zweiten Angels-Saison, die Nördlingerin Lena Graf, die aus der Ukraine geflüchtete Olena Vasylenko, Finnin Elina Koskimies (eine der Leistungsträgerinnen der vergangenen Saison), die nach vier Jahren in Marburg zurückgekehrte Nördlingerin Johanna „Joey“ Klug, die Französin Mariam Hasle-Lagemann, die finnische 3-Punkte-Spezialistin Anissa Pounds, die Oettinger U20-Nationalspielerin Lucy Michel und die Schweizerin Lea Favre. Außerdem dabei, aber bei der Vorstellung noch abwesend, sind Routinier Amenze Obanor, die Amerikanerin Julia Ruzevich und Sami Hill aus Kanada.

Trainer Ajtony Imreh bleibt der Mannschaft erhalten und geht jetzt in seine vierte Saison in Nördlingen. Im abendlichen Testspiel gegen die KIA Metrol Baskets Schwabach hatte er allerdings nichts zu lachen, denn gegen den zweitklassigen Gegner, der zudem mit nur sechs Spielerinnen angereist war, hätte Imreh schon eine drückendere Überlegenheit seiner Engel sehen wollen. Das Ergebnis fiel mit 89: 50 zwar deutlich genug aus, aber für ein Team, das die Play-offs in der 1. DBBL erreichen will, war die Vorstellung zu „blutleer“, wie Thomas Lambertz konstatierte. Entschuldigend wirkt, dass mit Hill und Ruzevich zwei Säulen des Nördlinger Spiels gefehlt haben, aber dennoch: Für das Erreichen ihrer Ziele haben die Angels noch viel Arbeit vor sich.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Maximilian Bosch

Hexen am Stadtmauerfest, Engel unter der Woche

Was für ein Dienstagabend. Der FC Bayern München gewinnt in der Fußball Champions League gegen den FC Barcelona. Viel wichtiger für den deutschen Basketball ist aber der Viertelfinalsieg der Männer bei der Basketball-EM in Berlin gegen Griechenland. Und dann gewinnen auch noch die Eigner Angels ihr erstes Testspiel klar mit 88:48 gegen den Zweitligisten Jahn München.

Es läuft könnte man sagen. Es läuft holprig muss man aber konstatieren, zumindest wenn man Anhänger der Eigner-Mädels ist. Erst in der zweiten Woche im Einsatz, wollte man bei den Angels eine erste Standortbestimmung. Coach Ajtony Imreh legte in den sechs Trainingseinheiten zuvor den Schwerpunkt auf die körperliche Fitness sowie auf Verteidigung. So trat man beim ersten öffentlichen Auftritt ohne echtes Angriffssystem und ohne Sami Hill, die noch bei der kanadischen Nationalmannschaft weilt, an. Gästecoach Konstantin Hammerl, ein gebürtiger Nördlinger, kam mit einer sehr jungen Mannschaft ins Ries. 17,5 Jahre ist der Altersdurchschnitt bei den Landeshauptstädterinnen, da sind die Eigner Angels schon beinahe alte Hasen mit 23,4 Jahren. Und das im 15. Jahr Erstligazugehörigkeit. Beide Trainer legten auf den Testspielcharakter wert. Nördlingens Coach Tony wollte zudem, dass das sein Team in der Verteidigung seine Grenzen auslotet. Zumindest was diese Grenzerfahrung anging, durften die Rieserinnen, die alle eingesetzt wurden, in der Verteidigung ihre Grenzen nach dem ersten Viertel nach oben schrauben (14:18).

Die richtigen Schrauben und der passende Schraubschlüssel schienen gefunden, denn erst in der 16. Minute gelang den Gästen der erste Korberfolg. Da stand es aber schon 30:20. Die Nördlinger Damen waren also endlich im Thema. Und es hätten noch mehr Punkte auf dem Nördlinger Konto stehen können, hätte man auch an die Passgenauigkeit justiert. So ließ man einiges an Punkten liegen, was den Halbzeitstand von 41:27 nur in Etwa widerspiegelte. Nördlingens Coach Imreh sprach es in der Halbzeit an. Zufrieden mit dem Einsatz in der Verteidigung im zweiten Viertel, forderte er mehr Struktur im Angriffsspiel. Das bekam er dann mit Abstrichen in Viertel Nummer drei. Die Verteidigungsintensität war im Vergleich zum ersten Viertel um ein Vielfaches höher. Aus den Ballgewinnen entsprangen schöne Spielzüge und Pässe, dennoch wirkte noch vieles erwartungsgemäß improvisiert. 25:9 ging dieses Viertel an die Eigner-Girls (66:36).

Das letzte Viertel brachte dann auch das Ergebnis, was man beim Aufeinandertreffen eines Erst- und Zweitligisten erhoffen durfte. Die Münchnerinnen, die sich unbeeindruckt von der nun rollenden Angriffsmaschine der Nördlingerinnen zeigten, spielten munter mit. Bei ihnen darf man gespannt sein, wie sie sich am kommenden Samstag in der 1. Runde des DBBL-Pokals gegen Absteiger und Abonnementsmeister Wasserburg präsentieren. Der 88:48-Sieg der Eigner Angels sollte für beide Mannschaften kein Maßstab für die kommende Saison sein. Nördlingens Finnin Elina Koskimies brachte es dann auch auf den Punkt: „Es war ein Testspiel, wir kennen uns auf dem Feld noch nicht. Aber wir haben uns durch eine verbesserte Defense in das Spiel gekämpft und am Ende auch verdient hoch gewonnen.“

Am kommenden Samstag, 17.09. wird in der Hermann-Keßler-Halle weiter getestet. Um 18.00Uhr ist dann Schwabach zu Gast. Spätestens beim Angelscup am 24. und 25.09. ebenfalls in der HKH, will man dann auch schon das ein oder andere offensive System präsentieren. Die Gegner, Ligakonkurrent GiroLive Panthers aus Osnabrück und die beiden österreichischen Vereine BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg und ASKÖ DBB LZ OÖ Linz-Wels (beide 1. Österreichische Liga) sollten dann schon einen anderen Testspielcharakter darstellen als die wackeren Münchnerinnen.

Bild: Sascha Kosiurak
Text:
Thomas Lambertz

Das Küken mit der Spannweite

Mit zunehmender Professionalisierung und Qualitätssteigerung wird es immer schwieriger, junge deutsche Spielerinnen an das Niveau der 1.Bundesliga heranzuführen. Die Eigner Angels bleiben dennoch ihrer seit 15 Jahren erprobten Philosophie treu und bauen talentierte und ehrgeizige Mädchen in ihren Kader ein. Noch mehr freut es den Angels-Fan und die zahlreiche Basketball-Anhängerschar im Ries, wenn dies mit einer Spielerin „aus dem eigenen Stall“ gelingt. Lena Graf ist mit ihren 17 Jahren die Jüngste im Kader der Eigner Angels und entstammt der Basketball-Dynastie Graf/Löffler. Das Eigengewächs vom TSV Nördlingen wird auch weiterhin in der Regionalliga ihres Stammvereins spielen, aber als vollwertiges Mitglied im Bundesligakader der BG Donau-Ries trainieren sowie bei Gelegenheit erste Minuten in Deutschlands höchster Liga mitnehmen. „Jede Minute ist wertvoll und ich werde im Training alles geben, um mich um Spielzeit zu bewerben. Zunächst einmal aber möchte ich mich in meinem ersten Jahr an das athletische und temporeiche Niveau der Bundesliga gewöhnen.“ Was die Athletik angeht, ist die 1,80 Meter große Flügelspielerin auf einem guten Weg. Morgens um 6 Uhr klopft die „eigentliche Langschläferin“ an die Tür von Dirk Bergers Fitness-Studio um ihre Morgenroutine durchzuziehen, vor allem außerhalb der Ferien um anschließend zur Schule zu gehen. Ein Jahr am Nördlinger Theodor-Heuß-Gymnasium fehlt der Schülerin noch bis zum Abitur. „Danach will ich mich ein Jahr lang komplett auf Basketball konzentrieren und als BFD bei der BG Donau-Ries arbeiten,“ hat die 17-Jährige bereits mittelfristige Pläne. Der Traum, eventuell danach an ein US-College zu gehen mit anschließendem Sportstudium ist zwar noch nicht konkretisiert, zeigt aber, wie perspektivisch Lena Graf denkt. Zusammen mit Lucy Michel nimmt sie die Plattform und die Möglichkeiten wahr, die der Standort Nördlingen mit seiner langen Tradition im Frauen-Basketball auf höchstem Niveau bietet.

1,85 Meter sind für eine Außenspielerin eine beachtliche Größe. Noch beeindruckender ist aber Grafs Spannweite. Mit fast 2 Metern von Fingerspitze zu Fingerspitze überrascht sie ihre Gegnerinnen sowohl beim Rebound als auch beim Bälleklauen ein ums andere Mal. „Ich muss aber noch lernen, meine langen Arme noch besser zu nutzen,“ sagt die selbstbewusste Nördlingerin.

Die bevorstehende Saison wird nicht arm sein an Spannung, aber die Entwicklung der beiden Young Guns, insbesondere der gebürtigen Nördlingerin Lena Graf zu beobachten ist eines der spannendsten Momente im Rieser Basketball. Wir wünschen dabei viel Erfolg und das nötige Quäntchen Glück.

Bild: Martin Fürleger
Text:
Kurt Wittmann

Weltpolitik meets Eigner Angels

Die aktuelle politische Lage macht auch vor den Erstliga-Basketballern der Eigner Angels nicht halt. Der Ukraine-Krieg veranlasste ca. 200.000 Menschen die Flucht aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland zu suchen, nicht wenige auch ins Ries. Olena Vasylenko und ihr Mann Andrii fanden den Weg nach Nördlingen durch die Vermittlung einer amerikanischen Basketballerin, die noch letztes Jahr in Olenas Heimatstadt Berdyansk spielte und Kontakte zur sportlichen Leitung der Angels hatte. Ein Telefonat und ein paar Whats-App-Nachrichten genügten um das junge Paar kurz nach Grenzübertritt von Polen nach Deutschland ins Ries zu lotsen. Die BG Donau-Ries, der Stammverein der Eigner Angels, stellte den beiden kurzfristig eine Spielerinnen-Wohnung zur Verfügung und unterstützte bei der Kommunikation mit Ämtern, Ausfüllen von Formularen und sonstigen Alltäglichkeiten. Seit April leben die Vasylenkos nun in Nördlingen und während Andrii, selbst Basketballer, schnell Anschluss zu den TSV-Herren fand, entpuppte sich Olena trotz ihrer erst 21 Jahre als gestandene Erstligapielerin. In ihrem Heimatverein Chayka Berdyansk, gelistet mit ihrem Mädchennamen Popova, spielte sie in durchschnittlich 27 Einsatzminuten eine nicht unwesentliche Rolle als Point Guard, verteilte in jedem Spiel 5 Assists und organisierte das Angriffs-Spiel. Nach ein paar Trainingseinheiten mit Coach Ajtony Imreh kam man überein, der selbstbewussten Ukrainerin einen Profi-Vertrag für die kommende Saison anzubieten. Wie ernst die 1,64m große Aufbauspielerin ihre Basketball-Karriere nimmt, zeigt auch, dass sie auf eigene Faust mit dem Bus nach Paris reiste um beim legendären Turnier Quai54 schon einmal mit ihren künftigen Teammates Kontakt aufzunehmen und zusammenzuspielen. Im Schatten des Eiffelturms hatten sich nämlich unter anderem Angels-Spielerinnen Mariam Haslé-Lagemann, Anissa Pounds, Elina Koskimies und Amenze Obanor zu einem Team formiert, in dem Olena sich schnell zurechtfand.

Zurück in Nördlingen arbeitet die ehrgeizige Ukrainerin nicht nur an ihren Deutschkenntnissen sondern auch an ihren Basketball-Skills und an ihrer Fitness. Fünf Mal pro Woche werden in Dirk Bergers Fit-For-Life Gewichte gestemmt und Ausdauer trainiert. Coach Imreh sowie Ex-Angels-Trainer Pat Bär feilen mit Olena an individuellen basketballerischen Dingen.

Unabhängig von der Entwicklung in ihrem Heimatland können sich die Vasylenkos eine Zukunft im Ries gut vorstellen. Olenas Ehemann Andrii arbeitet mittlerweile Vollzeit in einem Getränkehandel. Mittelfristig will er natürlich, sobald seine Deutschkenntnisse gut genug sind, in der IT-Branche Fuß fassen, wo er sein Informatik-Studium anwenden kann. Die kleine Welt des Basketballs hat geholfen um zwei Menschen, die die große Weltpolitik zur Flucht zwang, aufzufangen und wieder Halt zu geben.

Bild: Kurt Wittmann
Text:
Kurt Wittmann

Lucy Michel zurück bei den Angels

Das Leben einer angehenden Nationalspielerin ist nicht leicht. Erst um zwei Uhr morgens von einem Nationalmannschaftslehrgang in Italien zurückgekehrt, klingt Lucy Michel in aller früh schon wieder frisch und fröhlich. Und sehr professionell. Auch das Akzeptieren des Ausscheidens aus dem EM-Kader analysiert die künftige Nördlingen Rückkehrerin professionell sportlich und mannschaftsdienlich: „Bei den Testspielen in Florenz hat sich leider eine Mannschaftskollegin auf der großen Position verletzt. Da wir mit großen Spielerinnen in die EM starten wollen, bin ich gecuttet worden.“ Dennoch will sie weiter am Ball bleiben, für die Nationalmannschaft, in der sie schon als U16-Spielerin gespielt hat. Und auch künftig für die Eigner Angels aus Nördlingen, die im Oktober in ihre 15. Bundesligasaison starten werden.

Die 18-jährige ist eine von sechs Angels-Spielerinnen, die es zurück nach Nördlingen zieht. Neben den eigenen Erfahrungen beim TSV Nördlingen, anfangs unter Agi Szittya und Ex-Angel Laura Geiselsöder und danach Pat Bär, spiegelt sie auch die Eindrücke von Sami Hill wider, die ebenfalls erneut bei den Angels an den Start gehen wird. „Ich habe mit Sami gesprochen. Es gibt da einen sehr großen Wohlfühlfaktor in Nördlingen, das Umfeld, das Team hinter dem Team- alle tun so viel für die Mannschaft. Und die Menschen in Nördlingen sind so nett zu Einem. Das waren Punkte, die mich zu einer Rückkehr nach Nördlingen bewogen haben.“ Unbekannt ist Basketball-Nördlingen für Michel nicht. Sie spielte bereits ein Jahr unter Bundesligacoach Ajtony Imreh in der Regionalliga. Als U16-Spielerin verließ sie den TSV Nördlingen dann Richtung Würzburg und weibliche Nachwuchsbundesliga WNBL, die in Nördlingen nicht angeboten wird. Der Schritt direkt in die 1. Bundesliga war dem mittlerweile 1,80m großen Shooting Guard zu gewagt. „WNBL und 2. Bundesliga waren genau meins.“ sagt Michel heute. „Imre Szittya hat mich dann gefragt, ob ich nicht nach Nördlingen zurückkehren möchte, ein soziales Jahr absolvieren und im Kader der Angels trainieren und, wenn möglich, auch spielen will.“ Danach übernahm dann Martin Fürleger, der sportliche Leiter des Erstligisten die Gespräche mit der Oettingerin. Angesprochen auf ihre Ziele hofft die Hobbybäckerin, die selbst keinen Kuchen mag, sich vor allem in der Defense unter Coach Tony weiterzuentwickeln. „Coach Tony ist unter anderem bekannt für seinen Fokus auf die Defensearbeit.“ Mit der Verpflichtung der jungen Lucy Michel verfolgen die Eigner Angels konsequent den Weg als Ausbildungsbetrieb und Plattform für junge deutsche Nachwuchsspielerinnen. „Wir sind glücklich, mit Lucy eine sehr junge Kennerin der Nördlinger Basketballszene in unseren Kader aufnehmen zu können, zumal sie als Oettingerin auch noch einen regionalen Bezug zu uns hat.“ freut sich der sportliche Leiter Martin Fürleger. Ihm und Kurt Wittmann ist es dieses Jahr gelungen, den vorjährigen Stamm des Teams zu halten und gleichzeitig Verstärkungen (zurück) ins Ries zu holen. Einen ersten Blick auf das Team der Angels, das nun in seine 15. Bundesligasaison startet, können Fans am 13. Und 17. September (mit anschließender Teampräsentation) werfen. Ernst wird es dann erstmals im Pokal am 09.10.2022 beim Deutschen Meister aus Freiburg, bevor es am 14.10. zum Bundesligaauftakt nach Hannover geht.

Bild: Martin Fürleger
Text:
Thomas Lambertz

Bienvenu retour à Nördlingen

Die 21-jährige Deutsch-Französin Mariam Haslé-Lagemann ließ ihr basketballerisches Potential bereits letzte Saison mehrfach aufblitzen und will nun, in ihrem zweiten Jahr bei den Eigner Angels, daran anknüpfen. Die in Mali geborene Modell-Athletin kam trotz langwieriger Verletzungen immerhin auf fast 12 Minuten Einsatzzeit und glänzte dabei meist in der Verteidigung, wo Coach Ajtony Imreh sie häufig mit Sonderaufgaben betraute. Diese Stärken in der Defensive will die 1,80 m große Flügelspielerin weiter ausbauen, aber auch an ihren offensiven Skills arbeiten. Die Konkurrenz um Spielminuten im neuen Angels-Team ist nicht von der Hand zu weisen, tummeln sich doch auf den Guard-Positionen zwei finnische Nationalspielerinnen, eine kanadische Nationalspielerin sowie Laken James, die Rückkehrerin aus Wisconsin, USA.

Das Wichtigste für Haslé-Lagemann ist bei allem Ehrgeiz die Gesundheit. Nach wenigen Spielen in der letzten Saison, als sie drauf und dran war, als DIE Überraschung und Newcomerin des Jahres betitelt zu werden, wurde sie von einer langwierigen Verletzung im Fußgelenk zurückgeworfen und gehandicapt. „Wenn Mariam gesund und verletzungsfrei bleibt, ist ihr alles zuzutrauen. Sie hat die Athletik, die Größe und die Schnelligkeit. Was ihr noch fehlt, ist Erfahrung und Selbstvertrauen,“ meint Coach Imreh, der große Stücke auf seine Flügelspielerin hält.

Neben dem Basketball-Court engagierte sich die Tochter einer Deutschen und eines Franzosen an Nördlinger Schulen. In der Realschule Maria Stern gab sie Französisch-Unterricht und im THG war sie Teil der Anti-Rassismus-Kampagne. Auch hier will die Sprachstudentin anknüpfen, wenn es die Gelegenheit dazu gibt. Bereits in Kürze wird Haslé-Lagemann zurück im Ries erwartet, wo sie schon vor dem offiziellen Trainingsstart mit ihrem Coach an ihren individuellen Fähigkeiten arbeiten will. Bienvenu retour im Ries.

Bild: Kurt Wittmann
Text: Kurt Wittmann

Die „Schweizer Mauer“ mit dem Dutt

„Perfect Puzzle Piece“ smste Coach Ajtony Imreh nachdem die Verpflichtung seines vorerst letzten Puzzleteiles unter Dach und Fach war. Lea Favre heißt die 1,83m große Schweizerin, die das Team der Eigner Angels für die Saison 2022/23 zunächst komplettieren wird. Nach wochenlanger Suche entschied sich das Recruiting Team der Angels für die 25-jährige Power Forward aus dem Nachbarland, allen voran aufgrund ihrer Einstellung, Motivation und kämpferischen Fähigkeiten. „Attitude first!“ hieß die Devise und auf diesem Gebiet stach die athletische Schweizerin alle ihre Konkurrentinnen aus. Bei den Rider Broncs, dem US-College in New Jersey, für das sie drei Jahre lang auflief, wurde ihr der Spitzname „Swiss Wall“ verliehen. Die Schweizer Mauer bezog sich wohl hauptsächlich auf ihre Standfestigkeit beim Blockstellen und Rebounden. Dabei wusste der Import aus der Schweiz durchaus auch offensiv zu gefallen. Ihre 52 Prozent Trefferquote aus dem Feld sind bis heute unerreicht was die Broncs angeht. Im amerikanischen Basketball-Jargon nennt man dies wohlklingend „all-time leader in field-goal percentage”.

Nach drei Jahren im Trikot der Rider University zog es Favre zurück nach Europa. Der belgische Erstliga-Club Pepinster verpflichtete die Flügelspielerin und ging mit großen Hoffnungen in die Saison. Favre lieferte ab (13 Punkte und 9 Rebounds im Schnitt), doch der mannschaftliche Erfolg blieb aus im Zuge von vielen Corona-Erkrankungen und Verletzungen. Deshalb brennt die ehrgeizige Schweizerin nun auch darauf, ihre Zuverlässigkeit, ihre Vielseitigkeit und letztlich auch ihren Ehrgeiz und ihre Motivation in einem erfolgsorientierten Team wie den Eigner Angels einbringen zu können. „Ich werde alles für den Teamerfolg geben, was die Mannschaft braucht. Dies kann an einem Tag Rebounds und Defense sein, und an einem anderen Tag Punkte und Assists.“ Ihr äußerliches Markenzeichen, der hohe Dutt, der sie deutlich größer wirken lässt als die offiziellen 183 cm, erinnert etwas an die unvergessene Morgan Henderson. Und ihre Einstellung, die sie selber als „relentless – unnachgiebig“ bezeichnet, tut es auch.

Zusammen mit Johanna Klug, Julia Ruzevich, Elina Koskimies und nicht zu vergessen Amenze Obanor bildet Favre eine stattliche Auswahl an Innenspielerinnen für Coach Imreh. „Die Mädels werden sich im Training battlen, dabei sich stetig verbessern. Der Wettbewerb im Training ist die Grundlage für ein erfolgreiches Spiel,“ freut sich der Übungsleiter der Eigner-Girls über die neu gewonnenen Möglichkeiten auf der großen Position. „Lea bringt als ‚undersized post player‘ ein neues Element in unser Spiel. Damit sind wir viel flexibler und weniger leicht auszurechnen.“ Einen Nebenaspekt betont Coach Imreh noch besonders: „Lea ist eine Basketballexpertin. Sie hat ihren Master gemacht über die Euroleague Meisterschaft und deren Hintergründe. Ich hoffe wir können ihr Basketballwissen auf und abseits des Feld einsetzen.“ Knapp 100 Tage sind es noch bis zum Beginn der Jubiläums-saison der Angels. Für ihr 15.Jahr in der 1.Liga scheinen die Nördlingerinnen gut aufgestellt zu sein, nicht zuletzt aufgrund einer Schweizer Mauer im Team.

Bild: Kurt Wittmann
Text: Kurt Wittmann

Eigner Angels bei der kws bei der Gewerbeschau 2022 in Wemding

Basketballstimmung bei bestem Sommerwetter auf der Gewerbeschau in Wemding

Am vergangenen Wochenende, Samstag 2.07. und Sonntag 3.07., waren die Eigner Angels im Rahmen der Gewerbeschau 2022 in Wemding zu Gast bei ihrem neuen Marketingpartner kws #kreativimkrater. Absolutes Novum: Die Gewerbeschau wurde erstmalig von der Stadt in den Stadelmüllerweg verlegt und dieser teilweise abgesperrt als Flaniermeile zwischen zahlreichen Gewerbepräsentationen und Besucherattraktionen.

Die Angels mittendrin bei strahlender Sommersonne. Am Stand konnten Besucher Fragen stellen und sich rund um das Thema Basketball, Verein, Bundesliga, Mitgliedschaft und mehr informieren. Dazu gab es auch das Vereinsmagazin MIRROR kostenlos zum Mitnehmen.

Erfreulich viele Menschen ließen sich dazu animieren ein paar Körbe zu werfen. Von Groß bis Klein kam gute Laute auf, die Basketbälle lagen selten still am Boden, denn am Samstag betreute eine Spielerin der Angels die Besucherinnen und Besucher, und am Sonntag war Trainer Tony vor Ort.

Nachwuchsförderung live vor Ort

Am mobilen Basketballkorb konnten vor allem Kinder punkten. Dabei hatten alle nicht nur großen Spaß, es fanden sich auch einige richtige Talente! Das Team der Angels freute sich über das rege Interesse und vielleicht auch über ein paar neue Nachwuchsspielerinnen.
Dies ist nicht nur für den Verein wichtig, denn Jugendsport ist grundsätzlich ein sehr wichtiges und stets präsentes Thema. Gerade bei den vielen digitalen und sitzenden Tätigkeiten ist es wichtig, Kinder und junge Menschen für ihre zukünftige Gesundheit früh für Sport zu begeistern. Basketball ist hierbei nur eine von vielen Möglichkeiten.

Auch junge Erwachsene und Eltern hatten Spaß am Ball oder schauten verblüfft, was die Kleinen da zauberten. Das Team der kws und die Angels waren mit der guten Resonanz sehr zufrieden.

Sponsoren gesucht

Wie die meisten Sportteams ist auch der Basketballverein aus Nördlingen auf Sponsoring angewiesen. Der diesjährige „Call for Sponsors“ geht offiziell noch bis zum 31.07.2022.

Einige Partner der vorherigen Jahre haben erfreulicherweise ihre Unterstützung für die kommende Saison schon zugesichert. Für regionale Unternehmen hat ein Sponsoring der Angels einen steigenden Werbewert im Profi-Frauensport und ist auch eine soziale Investition in den sportlichen Nachwuchs in der Region. Infos zu Sponsoringmöglichkeiten finden sich hier.

Fotos: Vanessa Cognard
Text: Vanessa Bloß

Laken kehrt zurück zu den Angels

Ein Master mit seinem eigenen Basketballcourt kommt nach Nördlingen

(thla). Wenn man einen Mastertitel in angewandter Führung und Lehre erhält, hat das mit Kompetenz und Führungsfähigkeiten zu tun. Wenn dann eine Sportmannschaft einen „Master in applied leadership and teaching“ als Verstärkung bekommt, darf man nicht nur von einem sportlichen Gewinn sprechen. Zumal der Master in Wirklichkeit eine Mistress ist, sich in Nördlingen auskennt, keine Unbekannte in der 1. Toyota Damenbasketball Bundesliga ist und Laken James heißt. Sie kehrt zur Freude der Angels-Verantwortlichen nach einem Jahr in Edinburgh nach Nördlingen zurück und wird für die Eigner Angels Nördlingen auflaufen.
Damit ist Martin Fürleger, der sportlichen Leiter der Eigner Angels, ein überraschender Coup geglückt. „Wir haben unser Augenmerk gezielt auf Charakter- und Führungsstärke gelegt.“ Diese Eigenschaften kannte man von James. Die US-Amerikanerin kam in der Saison 2020/21 als Ersatz für Kelly Campbell, die nach nur vier Spielen vom Heimweh geplagt Nördlingen Richtung Heimat verließ. James spielte sich von Beginn an in die Herzen der Zuschauer, überzeugte sie genau mit den Tugenden, die die Zuschauer und eben Fürleger gerne an ihr sehen wollen: Führung, starken Charakter, Einsatz, Leidenschaft, Emotion. Sie scorte in 15 Spielen durchschnittlich 7,1 Punkte und holte 3,6 Rebounds. Besonders in der Verteidigung ließ der 1,75m große Guard aufmerken. Ihre Art, ihren Gegnerinnen den Ball zu stehlen, prägte dann auch den „Laken steal“. Knallharte Defense möchte Coach Ajtony Imreh von ihr wieder in der kommenden Saison wieder sehen. Ihm war die Freude anzumerken, dass eine weitere Wunschkandidatin in das Team der Kraterbasketballerinnen zurückkehrt. „Laken ist eine sehr starke Verteidigerin und das Jahr in Schottland hat ihr gut getan. Sie hat sich sportlich und charakterlich noch weiterentwickelt“ ist sich der Chefcoach der Angels, der in seine vierte Saison geht, sicher. Dass James als Profi gewachsen ist, erkennt man auch an ihrer Arbeit in der von ihr gegründeten „Five Star Academy“, in welchen jungen Spielerinnen die Grundlagen des Basketballs beigebracht bekommen. Selbst nervte sie ihren Vater, in ihrer Heimatstadt Oconto in Wisconsin auf der Zufahrtstraße Linien aufzuzeichnen, damit sie ihren eigenen „Court“ bekam. „Ich bin eine Athletin. Ich bin eine Träumerin. Ich bin eine Drehbuchautorin. Ich schrieb meine eigene Geschichte von dem Zeitpunkt an als die Dreipunktlinie auf meine Zufahrt gemalt wurde,“ erinnert sich die Absolventin der University of Wisconsin, Green Bay auf ihrer eigenen Homepage.
Mit Laken James, Sami Hill, Elina Koskimies, Anissa Pounds und Joey Klug (aus Marburg) kommen fünf Spielerinnen nach Nördlingen zurück, eine davon lernte ihr basketballerisches Handwerk im Ries. „Wenn 5 Spielerinnen zurück nach Nördlingen wollen, heißt das schon etwas für den Basketballstandort Nördlingen.

Denn Geld kann es allein nicht sein, da sind wir leider schon traditionell im hinteren Drittel der Liga angesiedelt. Dieses Jahr sind wir sicher finanzielles Schlusslicht, wenn ich mir die Zugänge in anderen Mannschaften anschaue“ kann Martin Fürleger den berechtigten Stolz über seine gelungene Spielerakquise kaum verbergen, aber auch eine Portion Skepsis schwingt mit. Stolz kann der 35-jährige auch sein, wenn er in seine zweite Saison als Angels-Verantwortlicher Sport geht. Insbesondere, wenn eine weitere Nördlingerin eine Rückkehr ins Ries plant, wie der vorsaisonale hektische Flurfunk meldet. Skeptisch wird Fürleger, wenn er die aufgerufenen Gehälter für in Frage kommende Spielerinnen betrachtet: „Da können wir einfach nicht mitmischen. Das würde sowohl den finanziellen Rahmen als auch unseren Gehaltsrahmen sprengen.“ Fürleger, selber Vorstandsmitglied, übt sich in Understatement, zeigt aber Verhandlungsstärke und weiß seinen gesamten Vorstand hinter sich. „Wir punkten eben auch mit unseren soft skills. Dem Herzblut unserer Helfer, die direkt oder indirekt mit der Mannschaft zu tun haben. Wir sind Kümmerer. Zudem ist da der Charme der Menschen und der Stadt, dem beschaulichen und vergleichsweise ruhigen Ries.“ Hinter der kanadischen Nationalspielerin Sami Hill etwa war nicht nur die halbe Liga her, auch das finanzstarke Ausland interessierte sich für eine der besten Spielerinnen der vergangenen Saison in der DBBL. Den Zuschlag gab die Angels-Kapitänin der letzten Saison ebenso wie „Master“ Mistress Laken James aber dem beschaulichen Nördlingen, einer runden Stadt, im runden Ries. Fast so rund wie die rote Basketballkugel, der die Eigner-Girls ab dem 09.10. offiziell wieder hinterherjagen.

Bild: Martin Fürleger
Text: Thomas Lambertz

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EIGNER ANGELS Basketball
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