Autor: Nils Gerstmeier

Aller guten Dinge sind drei?

Das könnte man sich im Lager der Eigner Angels angesichts des anstehenden Pokalspiels und dessen Wichtigkeit durchaus fragen. Zweimal spielte man bereits gegen den kommenden Gegner aus Osnabrück. Sowohl beim ersten Aufeinandertreffen im Angels-Cup als auch im Ligabetrieb vor knapp vier Wochen zog man den Kürzeren. Nun also muss der Tabellensiebte diesen Mittwoch zum dritten Mal den weiten Weg nach bayerisch Schwaben antreten und dürfte sich in Anbetracht der Vergangenheit durchaus realistische Chancen auf ein Weiterkommen im Pokalwettbewerb ausrechnen.
Verstecken müssen sich ihre Gastgeberinnen, die Angels, aber auch nicht: Man kann zwar nur mit kurzer Bank antreten, da sich die Schweizerin Léa Favre verletzt hat und länger ausfallen wird und noch immer kein Ersatz für Julia Ruzevich gefunden werden konnte, dafür wird man aber mit breiter Brust vom Auswärtsspiel am Sonntagabend zurückgekehrt sein. Dort hat man bereits zum zweiten Mal in dieser Saison (Pokal und jetzt Ligabetrieb) den Deutschen Meister in seinem eigenen Wohnzimmer bezwingen können – das kann kein anderes deutsches Basketballteam von sich behaupten.

Im Spiel gegen Freiburg konnte man bereits die veränderte Taktik von Coach Imreh erkennen, noch schneller zu spielen, als man es sowieso von der Nördlinger Mannschaft kennt, um die Schwäche unter dem Korb zu reduzieren. Das wird auch gegen Osnabrück der Schlüssel zum Sieg sein müssen, will man ins Viertelfinale des Pokalwettbewerbs ziehen. Dann ist man nur noch einen Schritt entfernt vom Erreichen eines Saisonziels, dem „Top4“. Doch eins nach dem anderen.

Osnabrück selbst hat sich personell nochmals verstärkt. Neben der Rückkehr von Jugend-Nationalspielerin Frieda Bühner, die nach nur vier Spielen für die University of Florida zu ihrem Heimatverein zurückkehrt und nicht grundlos als eine der Toptalente des europäischen Nachwuchses gilt, konnten die Panthers außerdem die amerikanische Aufbauspielerin Angela Rodriguez verpflichten. Damit wird auch Osnabrücks Lücke im Aufbau, die sich durch die Verletzung von Youngstar und Leistungsträgerin Jenny Strozyk, ergeben hat, geschlossen, was Osnabrück zu einer noch reiferen und gefährlicheren Mannschaft machen dürfte, als es ihr Tabellenplatz verrät. Zusammen mit Marie Reichert, Merrit Brennecke und Emma Eichmeyer verfügen die mittlerweile im Ries wohlbekannten Gegnerinnen über einen beachtlichen Pool an tollen deutschen Nachwuchsspielerinnen, die bereits große Verantwortung tragen und wichtig Rollen im Team einnehmen. Ein Konzept, dem im Nördlinger Lager nachgeeifert wird, das in dieser Saison aber leider ins Stocken geraten ist.

Augen auf also, wenn Deutschlands Nachwuchsschmiede zum dritten Mal in der Nördlinger Hermann-Kessler-Halle auftritt und das Team von Sasa Cuic alles daran setzen wird, die beste bayerische Damenbasketball-Mannschaft aus dem Pokal zu werfen. Damit das nicht passiert und die zweimaligen „Deutschen-Meister-Bezwingerinnen“ den Traum vom Top4 wahren können, wird wieder jede Unterstützung von den Zuschauerrängen gebraucht! Aber Achtung: Sponsoren- und Dauerkarten haben beim Pokalwettbewerb keine Gültigkeit. Tickets können unter eigner-angels.de erworben werden. Und auch wenn die Atmosphäre in der Halle niemals zu ersetzen sein wird, gibt es für den ungewohnten Mittwochabend, wenn um 19:00 Uhr alle Blicke auf den Hochball gerichtet sind, einen Livestream: sporttotal.tv/ma8f0a20dd

Bild: Michael Soller
Text:
Nils Gerstmeier

Eigner Angels fliegen zu hoch für Halles Lions

Mit den GISA Lions MBC kam ein Team ins Ries, das die Nördlinger Angels oft vor Probleme stellte. Dies sollte am vergangenen Samstagabend ganz anders werden, hatte man nie das Gefühl, dass die Gäste jemals beim Ausgang des Spiels mitzureden hätten. So verbuchte man im Lager der Angels mit einem 77:61 (20:12, 14:09, 20:20, 23:30) die nächsten zwei Punkte im Kampf um die PlayOff-Plätze.

Barbora Kasparkova, am Ende mit 14 Punkten zweitbeste Werferinnen der Gäste, eröffnete das Spiel mit der einzigen Hallenser Führung. Munter abwechselnd schraubten dann Klug, Pounds und Koskimies den Punktestand nach oben, ohne dass Halle Anstalten machte, sich dagegen wehren zu wollen. Nach einem zwischenzeitlichen 6:6 setzten sich die Rieserinnen durch einen 9:0-Run ab und man ging mit einem 20:12 in die erste Viertelpause. Früh erkannte man den Gameplan der Hausherrinnen, Sarah Mortensen nicht zum Zuge kommen zu lassen. Nur zwei Pünktchen erlaubte man Halles Besten bis dahin, die noch gegen den bisherigen Ligaprimus Hannover 29 Punkte auftischte.

Im zweiten Durchgang änderte sich wenig am Bild. Tolles Passspiel und wenn sich der überall gefürchtete finnische Dreierregen von Anissa Pounds nicht einstellen mochte, so wusste sie anders zu punkten: 15 Punkte bei keinem erfolgreichen Dreier sprechen für Pounds‘ Qualitäten auch innerhalb der Dreipunktelinie. Halles Verteidigung wurde etwas enger geschnürt und so erlaubte man Nördlingens Kapitänin und WM-Vierten bis zur Halbzeit eigentlich gar nichts. Da musste Publikumsliebling Sami Hill schon aus 9 Metern abdrücken, um ihre ersten drei Punkte zu erzielen. Halles Angriffe endeten oftmals in den Händen der Nördlingerinnen und strahlten wenig Gefahr aus, auch wenn Jasmine Gill mit fast schon akrobatischen Aktionen zu beeindrucken wusste. Gegenüber Nördlingens 34 Punkten konnte Katerina Hatzidaki, Coach der Gäste, nach 20 gespielten Minuten lediglich 21 Punkte mit in die Halbzeitpause nehmen und unterstreicht erneut, dass Tony Imreh, Nördlingens Coach, besonderen Wert auf die Verteidigung legt.

Auch das in Nördlingen gefürchtete dritte Viertel sorgte für eine sehenswerte Samstagabend-Unterhaltung in der Hermann-Kessler-Halle. Die Defense wurde angezogen und so mussten schon Pirouetten gedreht werden, um an den Gegnerinnen vorbeizukommen. Coach Tonys Sakko wurde beim Stand von 46:33 in die Ecke gedonnert, Fans wissen, was das heißt, und so schaltete der Nördlinger Trainer in den nächsten Gang. Während auf Halles Seite das Trio Schinkel, Kasparkova und Mortensen für Punkte sorgten, wechselte man sich auch im Nördlinger Lager höflich ab. Jeder durfte mal ran und trotzdem gelang Elina Koskimies ein weiterer herausragender Auftritt im roten Jersey! Mit einem ausgeglichenen Viertel (20:20) ging man also in die letzte Viertelpause, wobei das Ergebnis ob der offensichtlichen Leistungsunterschiede der beiden Mannschaften jederzeit durchaus hätte höher ausfallen können.

Etwas holprig ins letzte Viertel gestartet, leuchtete plötzlich ein 60:52 von der großen Anzeigetafel herunter. Nur sechs Punkte gelang den Angels in den ersten fünf Minuten und so manch einem der vielen Zuschauer sah man nach sieben Mortensen-Punkten in Folge die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Doch sollten die Gäste in dieser Zeit tatsächlich einen Hoffnungsschimmer gefunden haben, das Spiel noch drehen zu können, wurde dieser ziemlich plötzlich von einer überragenden Elina Koskimies zerstört. Ein lupenreiner Dreier und ein feines Anspiel von Landsfrau Anissa Pounds sorgten wieder für klare Verhältnisse und Stimmung im Nördlinger Hexenkessel; da änderte auch Jasmin Gills erster und einziger erfolgreicher Dreier nichts. Spätestens mit Sami Hills spektakulärem „And One“ und Sarah Mortensens, Halles Leistungsträgerin, fünftem Foul war die Messe gelesen. Die artistische Einlage von Laken James, die neben Koskimies, Pounds und Hill das Quartett der zweistellig Punktenden komplettiert, zeugte erneut von basketballerischem Augenschmaus in Nördlingen.

Nördlingen siegt somit – scheinbar mühelos – gegen harmlose Gäste aus Halle und darf den dritten Sieg aus vier Spielen feiern, auch wenn dazu nicht allzu viel Zeit ist, denn kommenden Sonntag um 16:00 Uhr gastiert der amtierende Pokalsieger, der Herner TC, zum dritten Heimspiel in Folge in der Nördlinger Hermann-Kessler-Halle. Folgt dann sogleich der vierte Streich?

Gegen GISA Lions MBC spielten:

Laken James (11), Olena Vasylenko (0), Elina Koskimies (19, 2 Dreier), Sami Hill (17, 2), Joey Klug (7, 10 Rebounds), Mariam Haslé-Lagemann (2), Anissa Pounds (15), Lucy Michel (dnp), Lea Favre (6)

Bei Halle fielen auf: Laura Schinkel (16), Barbora Kasparkova (14), Sarah Mortensen (13)

Bild: Jochen Aumann
Text:
Nils Gerstmeier

Im traditionellen Gleichschritt durch Bundesligasaison Nummer 15?

Es geht Schlag auf Schlag bei den Eigner Angels aus Nördlingen. Durch den Doppelspieltag zum Saisonauftakt empfangen sie im dritten Spiel innerhalb von neun Tagen an diesem Samstagabend (18:45) die GISA Lions MBC aus Halle, die ihrerseits erst ein Ligaspiel bestritten. Grund dafür ist die Ligenstärke von nur elf Mannschaften, wodurch an jedem Spieltag eine Mannschaft zum Pausieren gezwungen ist.

Vor rund 14 Jahren gab sich das große ALBA Berlin letztmalig die Ehre in der Nördlinger Hermann-Kessler-Halle. Damals in der BBL, heute in der DBBL. Die Albatrosse sind für die Gäste aus der größten Stadt Sachen-Anhalts keine Unbekannte, kämpften beide Mannschaften doch gegeneinander um den Einzug in die dritte Runde des Pokalwettbewerbs. Während Nördlingen den amtierenden Deutschen Meister in deren Halle in 40 Minuten mit einem unglaublichen Pounds-Dreier wortwörtlich aus dem Wettbewerb warf, benötigten die Lions gegen die Hauptstädter zusätzlich noch eine Overtime, um den Einzug in die nächste Runde perfekt zu machen. Eine Woche später folgte dann am zweiten Spieltag eine ähnlich hohe Lions-Niederlage gegen Hannover, wie sie auch Nördlingen aufzuweisen hat.

Unter dem Strich treffen am Samstag also zwei Mannschaften aufeinander, die mehr oder weniger im Gleichschritt durch die bisherige Saison marschieren. Das hat gewissermaßen Tradition, trennten die beiden Kontrahenten in den vergangenen Saisons regelmäßig nur wenige Tabellenplätze am Ende der Hauptrunde, wobei die Damen aus dem Ries bei Spielen gegen Halle oft das Nachsehen hatten. Ob die Löwinnen auch in dieser Saison Nördlingens Angstgegnerinnen sind, wird sich zeigen.

Halles „Gerüst“ besteht aus der aus Wasserburg bekannten Sarah Mortensen, die im Spiel gegen Hannover 29 Punkte auflegte, der ehemaligen Jugend-Nationalspielerin Meret Kleine-Beek, Barbora Kasparkova, Laura Schinkel und dem Neuzugang Alexis Pana. Jasmine Gill und die beiden Center Uju Ugoka und Elea Gaba fehlten beim Spiel gegen Hannover verletzungsbedingt. Auch Nördlingens Centergarde lichtete sich ungewollt, verletzte sich US-Amerikanerin Julia Ruzevich beim Spiel gegen Berlin. Bei den Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass die Verletzung nicht allzu gravierend scheint. Die bösen Erinnerungen an das Verletzungspech der letzten Jahre können also wieder ganz flott beiseitegeschoben werden.

Hingegen herbeisehnen wird man sich im Lager des einzig verbliebenen bayerischen Erstligisten im Deutschen Damenbasketball sicherlich die nächsten zwei Punkte im Kampf um die PlayOff-Plätze. Zusammen mit dem lautstarken Publikum, das bereits im ersten Heimspiel gegen ALBA Berlin ordentlich Dampf gemacht hat, werden die Eigner Angels wieder alles in die Waagschale werfen, um Halle punktlos auf die Heimreise zu schicken. Sprungball zu diesem Spannung garantierenden Spiel in der Hermann-Kessler-Halle ist am Samstag, zu der ungewohnten Zeit um 18:45 Uhr. Tickets sind wie immer auf www.eigner-angels.de im Vorverkauf erhältlich oder unter der Woche (auch samstags 10:00 bis 13:00 Uhr) bei Von Poll Immobilien in der Baldinger Straße 21. Auch wenn ein Live-Erlebnis in der Halle unersetzbar ist, sei jenen, die ihren Samstagabend lieber zuhause verbringen möchten, der beste Livestream der Liga ans Herz gelegt. Mit den neuen Korbkameras und weiteren Anpassungen in Grafik und Ton wurde die Qualität der Übertragung nochmals gesteigert. Das Spiel wird live auf Sporttotal.tv (sporttotal.tv/ma23345b84) übertragen.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Nils Gerstmeier

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