Autor: Angels Redaktion

Die Angels machen es unnötig spannend

Basketball in Nördlingen sei eine aufregende Sache und sie wolle dazu beitragen, möglichst häufig erfolgreich zu sein, meinte Angels-Neuzugang Chelsea Waters am späten Sonntagsnachmittag nach dem 63:58 (22:10, 12:13, 13:23, 16:12)-Arbeitssieg ihres neuen Arbeitgebers gegen den Tabellenletzten BC Pharmaserv Marburg. Beides, Spannung und gute Leistung, konnte man nach dem dritten Einsatz der 28-jährigen US-Amerikanerin für die Nördlinger Bundesliga-Basketballerinnen durchaus konstatieren. Nach klarer Halbzeitführung gestaltete das Heimteam die zweiten 20 Minuten weitaus aufregender als nötig und Waters trug mit einer guten Leistung wesentlich zum Heimerfolg bei. 

Marburg hatte sein Freitagsspiel in Saarlouis überaus deutlich mit 47:72 verloren, wodurch die Chancen des Tabellenletzten auf das Erreichen der Playoffs schon vor dem Nördlingen-Gastspiel auf ein Minimum gesunken waren. Andererseits steht durch die Insolvenz der Rheinland Lions der einzige Absteiger bereits fest und das Liga-Urgestein aus Hessen konnte ohne große Anspannung in der Hermann-Keßler-Halle auflaufen. Anders das Heimteam, bei dem nach der Rückkehr von Lea Favre (nach Verletzungspause) und der Nachverpflichtung der US-Amerikanerin Chelsea Waters die Ansprüche wieder gestiegen sind: Ein Heimsieg gegen den Tabellenletzten schien Pflicht zu sein und sollte vor den bevorstehenden vier schweren Auswärtsspielen auch möglichst überzeugend ausfallen.

Die Angels starteten in der mit knapp 600 Besuchern gut gefüllten Hermann-Keßler-Halle mit ihrer bislang häufigsten Anfangsformation, also mit Laken James, Elina Koskimies, Kapitänin Sami Hill, Johanna Klug und Anissa Pounds. Das Quintett brauchte fünf Angriffe  bis zum ersten Korberfolg, den – wer sonst – die bislang erfolgreichste Scorerin Sami Hill erzielte. Erneut Hill legte einen Dreier zum 5:2 nach, ehe den Gästen der erste Feldkorb gelang (4.). Nach fünf Minuten hatte Neuzugang Waters ihren ersten Auftritt vor heimischem Publikum. Koskimies, Hill, Klug und Waters stellten auf 14:5, dem ersten deutlicheren Vorsprung (7.). Als Mariam Hasle-Lagemann mit viel Tempo vollstreckte und Waters aus der Halbdistanz traf, war der Abstand erstmals zweistellig (18:7, 9.). Lucy Michel und Laken James stellten jeweils mit Freiwürfen den 22:10-Zwischenstand nach dem ersten Viertel her. 

Im zweiten Durchgang wurde das Match zunächst ausgeglichener. Marburg konterte die Angels-Körbe von Koskimies, Klug und James mit energischen Aktionen seiner Besten, Marie Bertholdt, Theresa Simon und Rachel Clet zum 30:20 (16.). Den Nördlinger Offensivaktionen fehlte in dieser Phase ein wenig die Klarheit und erst Chelsea Waters erhöhte nach zwei schönen Rebounds auf 34:20 (19.). Drei Marburger Punkte bedeuteten den 34:23-Halbzeitstand. Auffällig zu diesem Zeitpunkt die Wurfschwäche beider Teams aus der Distanz, denn die Angels hatten von ihren acht Dreier-Versuchen nur einen, Marburg von seinen sieben gar keinen getroffen.

Nach der eindrucksvollen Halbzeitshow der Huisheimer Blaumeisen starteten die Gäste aus Hessen deutlich besser in die zweite Halbzeit. Sechs Punkte von Ex-Nationalspielerin Marie Bertholdt in Folge bedeuteten das 34:29 und Angels-Coach Ajtony Imreh musste sein Team in einer frühen Auszeit lautstark zur Ordnung rufen. Dann traf Pounds ihren ersten (und einzigen) Dreier und James war zum 39:29 erfolgreich. Trotzdem gelang in dieser Phase den Gastgeberinnen wenig, sodass Marburg wieder heranrückte (40:34, 27.).  Endgültig brenzlig wurde es beim 44:42 in der 29. Minute, wobei für die Gäste jetzt fast alles in den Korb fiel, was ihre Hände verließ. Das 47:46 nach 30 Minuten versprach eine spannende Schlussphase, die die Nördlingerinnen, die dieses Viertel mit zehn Punkten Differenz verloren, eigentlich vermeiden wollten.

 Verbissen und auch immer zerfahrener wurden die letzten zehn Minuten. Um jeden Korb wurde zäh gerungen, wobei sich die Gäste nicht mehr abschütteln ließen (54:50, 35.). Chelsea Waters sicherte mehrmals wichtige Defensivrebounds, aber in der Offensive fehlte weiterhin die klare Linie. James würgte mit Glück den Ball unter dem Korb zum 56:50 durch die Reuse, aber Marburg konterte mit einem Dreier und einem leichten Korbleger zum 56:55. Knapp 100 Sekunden waren noch zu spielen, als Imreh in einer weiteren Auszeit noch einmal an den Stellschrauben drehen wollte. Joey Klug verwandelte gegen ihren Ex-Verein 44 Sekunden vor Schluss einen Korbleger zum 58:55, während die Gäste ihre Wurfchance 25 Sekunden vor Schluss vergaben. Laken James, Sami Hill und Chelsea Waters sorgten mit insgesamt fünf Freiwürfen bei einem zwischenzeitlichen Dreier Marburgs für die Entscheidung zum 63:58. Es war ein Arbeitssieg mit Hängen und Würgen, über den die Freude verhalten ausfiel. In den nun folgenden vier Auswärtsspielen wird sich das Team steigern müssen, um die immer noch gute Ausgangsposition für die Playoffs zu verteidigen.

Eigner Angels Nördlingen: Waters 13 (10 Rebounds), James 11, Graf (nicht eingesetzt), Vasylenko, Koskimies 9, Hill 13 (1 Dreier), Klug 8, Hasle-Lagemann 2, Pounds 3 (1), Michel 2, Favre 2.

Auffällig bei Marburg: Bertholdt 17, Clet 9, Fokke 8, Simon 7.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Eine gefährliche Ausgangslage für die Angels

Nach zwei Dritteln der DBBL-Saison 2022/23 ist die Zeit der Spekulationen weitgehend vorbei, hat sich die Spreu vom Weizen getrennt, wie es in einer alten Redewendung so schön bildhaft heißt. Auf die Basketball-Bundesliga der Frauen übertragen bedeutet das in einem Zwischenfazit, dass Hannover und Keltern wohl die Top-Teams dieser Runde sein werden, gefolgt von einem breiten Mittelfeld, das bis zum Ende der Hauptrunde um die besten Ausgangspositionen für die dann folgenden Playoffs kämpfen dürfte. Mit den insolventen Rheinland Lions steht der (einzige) Absteiger fest, Marburg und Halle dürften sich schwertun, den Anschluss an die Playoff-Plätze noch zu schaffen. So weit der Blick auf die aktuelle Tabelle.

Die Eigner Angels Nördlingen stehen derzeit hinter Hannover, Keltern und Saarlouis auf einem nur auf den ersten Blick komfortablen vierten Tabellenplatz. Die nicht unerwartete Niederlage am Mittwoch in Keltern fiel mit 54:73 ernüchternd hoch aus, wobei vor allem die eigenen 54 Punkte des nun wieder kompletten Teams deutlich zu wenig sind, um ein Auswärtsspiel zu gewinnen. Nur Sami Hill, aktuell drittbeste Werferin der gesamten Liga, scort zuverlässig, beim Rest des Teams entscheidet die (zu sehr schwankende) Tagesform über Erfolg oder Misserfolg. Leider scheint sich in dieses Muster auch US-Neuzugang Chelsea Waters einzufügen, die am Mittwoch lediglich zwei Freiwurfpunkte beisteuern konnte und ansonsten ihre sieben Wurfversuche aus dem Feld allesamt versemmelte.

Die Ausgangslage vor dem Spiel am Sonntag (16 Uhr, Hermann-Keßler-Halle) gegen den Tabellenletzten Marburg ist insofern gefährlich, weil das Liga-Urgestein aus Hessen längst nicht so schwach ist, wie man aus dem Tabellenplatz schließen könnte, und die Konkurrenz auf den Tabellenplätzen fünf bis acht den Nördlinger Korbjägerinnen im Nacken sitzt. Und bei eben dieser Konkurrenz muss das Imreh-Team, das voraussichtlich erneut mit dem kompletten Kader antreten kann, in den dann folgenden vier Auswärtsspielen hintereinander (!!) Farbe bekennen, ob es reif für einen Platz in der vorderen Hälfte des Tableaus ist. Beim Sieg in Osnabrück hatte es den Anschein, zuletzt In Keltern eher nicht.

Der BC pharmaserv Marburg unter dem neuen/alten Trainer Patrick Unger kam diese Saison nach einem erheblichen personellen Aderlass nur ganz schwer in Schwung. Erst am siebten Spieltag gelang in Herne der erste (und bislang einzige) Sieg. Der Erfolg zum Jahresende 2022 bei den Rheinland Lions war wertlos, weil alle Ergebnisse nach der Insolvenz und dem anschließenden Rückzug des Vorjahres-Vizemeisters annulliert wurden. Die Dolphins, die am Freitag bereits in Saarlouis antreten mussten (Spielende nach Redaktionsschluss), haben von ihrem Stammpersonal lediglich Marie Berthold, Theresa Simon und die langjährige Amerikanerin Tonisha Baker behalten. Zusammen mit der neuen Amerikanerin Page Bradley und der Französin Rachel Clet zählt dieses Trio auch zu den zuverlässigsten Punktesammlerinnen des Marburger Teams, bei dem noch etwas auffällt: Nur gegen Hannover und Freiburg verlor die Unger-Truppe deutlich, bei den übrigen Niederlagen war der Abstand meist weniger als zehn Punkte. Die Angels täten also gut daran, den Tabellenletzten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Im Rahmenprogramm hat sich die Tanzgarde des Carneval Clubs Blaumeisen Huisheim angekündigt.  Wer das als Faschingsgaudi abtun möchte, dem sei gesagt, dass die Turnierformation der „Cats“ in der 2. Bundesliga des Deutschen Verbandes für Garde- und Schautanzsport startet. Ihr Auftritt könnte also beinahe ähnlich interessant werden wie der sportliche Hauptpunkt des Nachmittags.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Kids-Camp am 14.01.2023

Diesen Samstag waren nicht nur die großen Spielerinnen der Eigner Angels in der Basketballhalle. Sie wurden dieses Mal beim Kids Camp von unseren kleinen Angels unterstützt. Knapp 50 Kinder hatten sich am Vormittag in der Hermann-Kessler Halle eingefunden, um gemeinsam spielerisch an Koordination, Gleichgewicht, Zusammenspiel und Ballgefühl zu arbeiten. Im Mittelpunkt bei allen Übungen stand aber der Spaß – und wann und wo kann man schon einmal gemeinsam mit Profibasketballerinnen trainieren.

Nachdem die Kinder sich beim Kettenfangen aufgewärmt haben, ging es auch schon direkt los mit verschiedenen Übungsstationen. An der Station „Ballhandling“ konnten die Kinder zusammen mit Angels Headcoach Ajtony Imreh ihr Dribbling und Ballgefühl verbessern. An den anderen zwei Stationen wurde sich vor allem auf das Passen und den Wurf fokussiert. Diese Fähigkeiten wurden den Kindern von TSV Trainerin Sandra Keller und den Spielerinnen der Eigner Angels vermittelt.

Zum Schluss des sehr gelungenen Camps durften die Kinder in drei Gruppen gegeneinander spielen und zeigen dort, was sie in den Stunden zuvor gelernt hatten.

Als Belohnung bekamen alle Kinder eine Freikarte für das nächste Bundesligaheimspiel ihrer Trainerinnen und konnten anschließend noch auf Autogrammjagd gehen. Die Kinderaugen strahlten über beide Ohren, die Angels Spielerinnen fühlten sich an diesem Tag zurückerinnert an ihre basketballerische Anfangszeit und freuten sich über ihre neu gewonnen Fans.

Wer diesmal nicht dabei war, hat bei unserem nächsten Camp am Sonntag, den 26.02.23 eine neue Chance. Das Anmeldeformular ist bereits auf www.eigner-angels.de freigeschaltet.

Bild: Martin Fürleger
Text:
Lucy Michel

Eigner Angels gehen mit Personalsorgen ins letzte Spiel des Jahres

Weihnachten lief in vielerlei Hinsicht optimal für die Bundesliga-Basketballerinnen der Eigner Angels Nördlingen. Das Team selbst war in der Weihnachtswoche spielfrei und konnte einige Blessuren sowie die Folgen von Grippeinfektionen auskurieren. Die deutliche 53:70-Niederlage der Rutronik Stars Keltern in Saarlouis sorgte zudem dafür, dass die Rieser Korbjägerinnen zum Abschluss der Vorrunde ohne eigenes Zutun auf den dritten Tabellenplatz hinter den Rheinland Lions und TK Hannover vorrückten. Am glücklichsten war jedoch in der Weihnachtswoche Nördlingens kanadische Topscorerin und Kapitänin Sami Hill, die in Toronto ihren langjährigen Freund Reilly Reid geheiratet hat. Sieht man sich die Fotos und Kommentare in den Sozialen Medien an, war es wohl eine Traumhochzeit.

Trotzdem haben auch für die frischvermählte Misses Hill und ihre Teamkolleginnen diese Woche der Trainingsalltag und die Vorbereitung auf das erste Rückrundenspiel am heutigen Freitagabend (Tippoff 19.15 Uhr) in eigener Halle gegen die Eisvögel USC Freiburg begonnen. Das Team aus Baden, immerhin amtierender deutscher Meister, war im bisherigen Saisonverlauf ein dankbarer Kontrahent für die Eigner Angels, denn sowohl im Pokal (68:67) wie auch in der Vorrunde der Toyota DBBL (76:62) setzten sich die Nördlingerinnen in Freiburg durch. Insgesamt hatten die Eisvögel eine sehr wechselhafte Hinrunde mit vier Siegen (davon drei in eigener Halle) und sechs Niederlagen. Zwischenbilanz: Mit acht Punkten belegt der amtierende Meister aktuell nur den neunten Rang und damit den ungeliebten Tabellenplatz, der am Ende nicht für die Playoffs reichen würde.

Der gravierende Leistungsabfall der Eisvögel nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte lässt sich nur damit erklären, dass der Abgang der Japanerin Shiori Yasuma die Freiburgerinnen ihres Kopfes auf dem Spielfeld beraubt hat. Die nur 1,61 Meter große Aufbauspielerin wechselte nach nur einem Jahr im Breisgau zum italienischen Spitzenteam Reyer Venedig. Aus dem Meisterteam geblieben sind dagegen unter anderem die beiden US-Amerikanerinnen Hannah Little (aktuell 20 Punkte und 11 Rebounds im Durchschnitt) und Christa Reed (14,5 Punkte) sowie Freiburgs Basketball-Legende Mirna Paunovic, mittlerweile zweifache Mutter und 46 Jahre alt, die immer noch für elf Punkte im Schnitt gut ist. Drittes US-Girl und neu in der Mannschaft ist Jessica Loera (13,2 Punkte). Neuer Headcoach ist Victor Herbosa, der das Freiburger Stehaufmännchen Harald Janson, jetzt wieder Sportlicher Leiter des Vereins, ablöste.

Angels-Trainer Ajtony Imreh ist sich noch nicht ganz sicher, wie fit sein Personal im letzten Spiel des Jahres 2022 sein wird. Bei der hohen Niederlage beim Tabellenführer Rheinland Lions seien sechs Akteurinnen des Neuner-Kaders krank auf dem Spielfeld gestanden, einzelne Akteurinnen hätten auch diese Woche noch Grippesymptome gehabt. Da zudem Lea Favre nach wie vor verletzt und ein Ersatz für Julia Ruzevich noch immer nicht gefunden ist, sei man auch jetzt wieder in einer schwierigen personellen Lage, so Imreh. Der Ungar erinnert allerdings daran, dass sein Team in Freiburg und daheim gegen Keltern auch mit einem Minimalaufgebot Siege gelandet habe. Imreh wörtlich: „Ich muss zugeben, dass ich nicht genau weiß, wie sie das geschafft haben, aber ich habe großen Respekt vor dieser Leistung.“ Da Freiburg deutlich stärker einzuschätzen ist, als es der Tabellenplatz ausdrückt, dürfte ein weiterer Kraftakt nötig, um den Meister zum dritten Mal in dieser Saison auf Distanz zu halten. Auch und vor allem von Misses Hill, die ihr emotionales Hoch auch aufs Spielfeld und ihre Mitspielerinnen übertragen möchte.

Bild 1: Hill

Bild 2: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Unglaublicher Kraftakt der Angels gegen den Tabellenzweiten

Nördlingen. Basketball hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten, weshalb viele Fachbegriffe der schnellen Ballsportart Anglizismen sind. „Big win“ (wörtlich: großer Sieg) ist solch eine Formulierung, die vor allem dann verwendet wird, wenn ein Außenseiter, ein „Underdog“, gegen ein Top-Team triumphiert. Wenn sich also eine ersatzgeschwächte Truppe der Eigner Angels Nördlingen gegen den Tabellenzweiten Rutronik Stars Keltern nach einem am Schluss dramatischen Kampf mit 71:69 (20:13, 16:16, 16:16, 19:24) durchsetzt, dann ist das solch ein „big win“, vielleicht sogar ein „very big win“. Rund 350 Zuschauer feierten ihr Heimteam jedenfalls begeistert.

Die Rutronik Stars Keltern sind Deutschlands einziger Frauen-Basketballverein, der auch international im Einsatz ist. Am vergangenen Donnerstag stand das Team gegen den spanischen Vertreter Movistar Estudiantes Madrid im Euro-Cup noch mit einer Rumpftruppe auf dem Parkett (und verlor), in Nördlingen trat die international stark besetzte Truppe fast mit dem kompletten Kader in der Hermann-Keßler-Halle an. Der Tabellenzweite traf dabei auf ein hochmotiviertes Heimteam, für das Elina Koskimies, unter der Woche im Pokal noch ohne Korberfolg, die ersten sieben Punkte im Alleingang erzielte. Keine zwei Minuten waren  gespielt, als Gästecoach Timur Topal die erste Auszeit benötigte (7:4). Die finnische Nationalspielerin im Angels-Trikot war sichtlich „on fire“ und punktete auch zum 9:4 und 11:4. Laken James und Sami Hill mit einem Dreier erhöhten auf 16:8, während dem Tabellenzweiten wenig gelang (7.). James und Koskimies (13 Punkte im ersten Viertel!) sorgten für den 20:13-Zwischenstand nach Durchgang eins. Auffällig bei den Gastgeberinnen: Angels-Coach Ajtony Imreh hatte in den ersten zehn Minuten bereits acht seiner neun zur Verfügung stehenden Akteurinnen eingesetzt.

Im zweiten Viertel brauchte das Heimteam fast zweieinhalb Minuten bis zum ersten Korberfolg durch Laken James, die zwei Freiwürfe zum 24:18 nachlegte. Imreh wechselte weiter viel und gönnte auch seinen Protagonistinnen Koskimies und Hill Verschnaufpausen. Erstmals zweistellig wurde der Vorsprung, als Anissa Pounds sich zweimal energisch durchsetzte (30:20; 17. Minute). Dann hatte Joey Klug zwei schöne Aktionen sogar zum 34:21, ehe Keltern insbesondere durch seine erfahrenste Akteurin, die amerikanische Centerin Krystal Vaughn, verkürzte. Sami Hill besorgte den 36:29-Pausenstand.

Das dritte Viertel war im bisherigen Saisonverlauf häufig die Achillesferse der Nördlingerinnen gewesen.  Als Keltern schnell auf 36:38 verkürzte und bereits drei Angels-Akteurinnen (James, Koskimies, Klug) drei persönliche Fouls auf dem Konto hatten, musste man erneut um das Heimteam bangen. Pounds von der Seite sowie Koskimies und James mit jeweils zwei verwandelten Freiwürfen brachten die Angels aber wieder in die Spur (44:36, 25.).  Als Mariam Hasle-Lagemann erst den Ball blockte und denn den eigenen Schnellangriff zum 48:38 vollendete, kam richtig Stimmung in der Hermann-Keßler-Halle auf. Das Trauma des dritten Viertels schien überwunden.  Klug punktete zweimal unter dem Korb zum 52:42, ehe ein glücklicher Dreier der Gäste den 52:45-Zwischenstand besiegelte. Vor dem Schlussdurchgang war trotzdem Optimismus angesagt.

Das gute Gefühl verstärkten Koskimies mit einem Dreier zum 55:45 (31.) und Pounds mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 57:47 (32.). Umstritten war dann Joey Klugs fünftes Foul sechs Minuten vor dem Ende, genauso wie das vierte Foul von Laken James. Eng wurde es, als Kelterns bis dahin unauffällige Amerikanerin Adrienne Webb mit zwei Dreiern auf 59:60 verkürzte und Vaughn unter dem Korb die Gäste sogar in Führung brachte (37.). Sami Hill hielt mit sechs Punkten dagegen, zwei Minuten standen noch auf der Uhr (66:63). Erneut ein umstrittener Pfiff führte zum 66:65, Koskimies traf per Freiwurf zum 67:65, Hill einen Wahnsinnsdreier aus der Ecke zum 70:65. 43 Sekunden vor Schluss verkürzte Keltern ebenfalls mit einem Dreier zum 68:70, das nun hochdramatische Spiel – die Zuschauer hielt es längst nicht mehr auf ihren Sitzen – stand auf Messers Schneide, zumal Keltern 23 Sekunden vor Schluss noch einmal den Ball eroberte. Aber sieben Sekunden vor dem Ende trafen die Gäste nur einen von zwei Freiwürfen und die anschließend gefoulte  Sami Hill machte mit einem weiteren Freiwurf den Sack zu – der 71:69-Überraschungssieg des „Underdogs“ war perfekt.

Coach Tony Imreh, der durch geschickte und ständige Wechsel sein ausgedünntes Personal an diesem Tag perfekt eingesetzt hatte, raste nach der Schlusssirene wie von der Tarantel gestochen durch die ganze Halle und umarmte jeden, der ihm gerade in den Weg kam. Auch für ihn war es ein „big win“. Nördlingens erfolgreichste Werferin Elina Koskimies wollte ihren eigenen Anteil am Sieg bescheiden kleinreden, es sei ein Erfolg des gesamten Teams gewesen. Aber ein bisschen stolz war sie doch: „Nach den zuletzt harten Wochen aufgrund der dünnen Personaldecke haben wir gezeigt, dass wir mit unserem unbändigen Kampfgeist jedes Team schlagen können.“ Eigner Angels Nördlingen: Laken James 12, Lena Graf (nicht eingesetzt), Olena Vasylenko, Elina Koskimies 21 (2 Dreier), Samantha Hill 15 (2 Dreier), Johanna Klug 10 (7 Rebounds), Mariam Hasle-Lagemann 2, Anissa Pounds 11 (1 Dreier), Lucy Michel.  – Die   Besten bei Keltern: Vaughn 25, Remenarova und Webb je 10 Punkte.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Für die Angels kommen jetzt die ganz hohen Hürden

Nördlingen Mit den Spielen gegen die beiden Top-Teams Rutronik Stars Keltern (Sonntag 16 Uhr, Hermann-Keßler-Halle) und eine Woche später bei den Rheinland Lions beenden die Bundesliga-Basketballerinnen der Eigner Angels Nördlingen die Vorrunde der Saison 2022/23.  Nach nur einer Woche Pause geht es dann noch vor Silvester in die Rückrunde. Es ist eine ganz schöne Terminhatz, die die Spielplan-Macher den Protagonistinnen der Toyota-DBBL abverlangen.

Auf dem Papier handelt es sich am Sonntag um das Spitzenspiel des neunten Spieltags, bei dem der Tabellenvierte den -zweiten erwartet. In der Praxis muss man allerdings befürchten, dass das internationale Ensemble aus der 9000-Seelen-Gemeinde zwischen Pforzheim und Karlsruhe eine Nummer zu groß für das personell arg gebeutelte Angels-Team sein dürfte. Die Truppe von Cheftrainer Ajtony Imreh hat zwar in der Liga zuletzt die Pflichtaufgabe beim erschreckend schwachen amtierenden deutschen Meister Eisvögel USC Freiburg souverän gelöst, aber schon beim Pokal-Aus am Mittwoch gegen die Panthers aus Osnabrück wurde das Manko der Rieserinnen erneut deutlich: Der Kader ist vor allem quantitativ nicht gut genug besetzt, um gegen die besseren Teams des Basketball-Oberhauses bestehen zu können.

Dies umso mehr, als mit der zuletzt immer besser werdenden Schweizer Nationalspielerin Lea Favre einer der wenigen „Großen“ mit einer Knieverletzung vorerst ausfällt und ein Ersatz für die heimgeschickte Amerikanerin Julia Ruzevich weiterhin auf sich warten lässt. In dieser schwierigen Personallage kann man nur froh sein, dass die Angels bereits fünf Siege auf ihrem Konto haben und damit zunächst einmal stabil auf einem Playoff-Platz stehen. Coach Imreh nahm nach der Pokalniederlage sein Team in Schutz: „Jede meiner Spielerinnen hat ihr Maximum gegeben und bis zur letzten Minute gekämpft.“

Die Rutronik Stars Keltern sind, obwohl in der vergangenen Saison nur Dritter der Meisterschaft, das einzige deutsche Team, das auch international im Einsatz ist. Aktuell allerdings mit bescheidenem Erfolg, denn in den ersten fünf Begegnungen der Gruppenphase des Eurocups (des zweiten europäischen Vereinswettbewerbs neben der Euroleague) gelang noch kein einziger Sieg. Zuletzt gab es am vergangenen Donnerstag in eigener Halle eine 55:69-Niederlage gegen den spanischen Zweitligisten (!) Movistar Estudiantes aus Madrid. Das letzte Gruppenspiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Umana Reyer Venezia (Italien) ist damit bedeutungslos und die K.o.-Phase unerreichbar.

Keltern verfügt unter dem neuen Chefcoach Timur Topal (zuvor Co-Trainer bei den Rheinland Lions) über eine sehr ausgeglichene Truppe um die erfahrene US-Centerin Krystal Vaughn, mittlerweile 36 Jahre alt, die deutsche Nationalspielerin Alexandra Wilke (kam aus Marburg), die Amerikanerin Adrienne Webb (spielte im Vorjahr in Minsk), die Kanadierin Alex Kiss-Rusk und die Texanerin mit deutschem Pass, Rachel Arthur (ebenfalls aus Marburg). Sie alle erzielen im Schnitt zwischen neun und 14 Punkten. Weitere Stammkräfte sind die belgische Nationalspielerin Emmanuella Mayombo, die gebürtige Bambergerin Alina Hartmann, das junge US-Girl Oshlynn Brown und die Slowakin Veronika Remenarova. Die Mannschaft steht punktgleich mit den Rheinland Lions (deren Trägergesellschaft insolvent ist, was aktuell zu heftigen Spekulationen in der Liga führt) an der Tabellenspitze, hat allerdings eine Partie mehr absolviert. Seine beiden Niederlagen kassierte das Team aus Baden im Spitzenspiel gegen die Rheinland Lions (52:70) und auswärts beim Herner TC (73:71).

Auch Keltern hat derzeit einige Verletzungssorgen, denn beim jüngsten 67:59-Heimsieg gegen die Lions MBC aus Halle fehlten Centerin Oshlynn Brown sowie die beiden Point Guards Alexandra Wilke und Matea Tavic. Im Eurocup kamen am Donnerstag sogar nur sechs Akteurinnen zum Einsatz. Um die Ausfälle zu kompensieren und dem Kader mehr Tiefe zu geben, haben sich die Sterne mit Flügelspielerin Annika Soltau verstärkt. Die 17-jährige Jugend-Nationalspielerin spielt für den TSV Speyer-Schifferstadt in der 2. DBBL Süd, geht für Keltern mit einer Doppellizenz auf Korbjagd und feierte gegen Halle einen gelungenen Einstand.

Tippoff ist am Sonntag um 16 Uhr. Einen Livestream aus der Hermann-Keßler-Halle gibt es wie üblich bei sporttotal.tv.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Im Endspurt geht den Angels die Puste aus

Zweiter Rückschlag innerhalb von sechs Tagen für die Bundesliga-Basketballerinnen der Eigner Angels Nördlingen: Gegen die inexio Royals Saarlouis führten die Gastgeberinnen drei Viertel lang mit bis zu zwölf Punkten, brachen jedoch im Schlussdurchgang völlig ein und unterlagen letztlich mit 64:68 (18:8, 16:25, 21:17, 9:18). Im letzten Viertel gelang den Gastgeberinnen mehr als sieben Minuten lang kein einziger Korb.

Nach zwei Heimniederlagen in Folge wird man das Gefühl nicht los, dass der Kader der Angels in dieser Saison nicht tief genug besetzt ist. Coach Tony Imreh musste auch in diesem Spiel mit einer Siebener-Rotation auskommen, von der Sami Hill, Laken James, Elina Koskimies und Anissa Pounds rund 33 Einsatzminuten oder mehr (Hill!) hatten. Kein Wunder, dass den Protagonistinnen am Ende die Puste ausging, oder anders ausgedrückt: Zu viel Verantwortung lastet auf zu wenigen Schultern. Augenfällig ist zudem die Schwäche auf den großen Positionen, unterstrichen durch die wichtige Reboundbilanz, die erneut klar an die Gäste ging: Sie schnappten sich 49 abprallende Bälle (15 in der Offensive!), die Angels nur 30. Das ist durch großen Einsatz oder aggressive Verteidigung kaum wettzumachen.

Angels-Coach Imreh begrüßte sein Saarlouiser Gegenüber Isabel Fernandez kurz vor dem Spielbeginn mit einer freundlichen Umarmung, aber auf dem Spielfeld gab es von Anfang an keine Gastgeschenke. Imreh beorderte diesmal die zuletzt sehr ordentlich spielende Schweizerin Lea Favre für Joey Klug in die Starting Five. Laken James, Elina Koskimies und Favre mit zwei Punkten plus Bonusfreiwurf sorgten für die anfängliche 7:4-Führung. Auffällig: Im Gegensatz zur Vorwoche waren die Gastgeberinnen von Anfang an hellwach, verteidigten aggressiv und verbuchten schnell die ersten Ballgewinne. Sami Hill mit zwei verwandelten Freiwürfen, Klug unter dem Korb und noch einmal Hill mit Korbleger plus Bonusfreiwurf bauten die Führung auf 14:4 aus (7. Minute). Beifall gab es, als Hill 90 Sekunden vor Ende des ersten Viertels die erste Verschnaufpause bekam. Die letzten drei Angriffe gingen dann allerdings allesamt daneben, sodass es mit einer 18:8-Führung in den zweiten Durchgang ging.

Hier wurden auf beiden Seiten die Trefferquoten hochprozentiger. Auf Angels-Seite trafen Anissa Pounds, zweimal Koskimies und Hill mit einem Dreier, aber die Saarländerinnen hielten dagegen. Auffällig bei den Gästen die lettische U21-Nationalspielerin Vihmane, die (wie Hill) zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Punkte auf ihrem Konto hatte (27:22, 17.). Als auch die Portugiesin Ferreira, im bisherigen Saisonverlauf erfolgreichste Saarländerin, erstmals aus der Distanz traf, war der Nördlinger Vorsprung dahin und Imreh musste sein Team in zwei Auszeiten innerhalb 90 Sekunden zu mehr Ordnung ermahnen (28:27, 18.). Doch der Schwung war dahin und nur mit etwas Glück und einem letzten Korb von Laken James (unter den Augen ihrer aus den USA angereisten Mutter und Oma) retteten die Angels einen hauchdünnen 34:33-Vorsprung in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte eröffneten Elina Koskimies, zusammen mit Anissa Pounds in den nächsten Tagen für die finnische Nationalmannschaft im Einsatz, mit einem schönen Dreier und Lea Favre mit einem Hakenwurf zum 39:33.  Saarlouis konterte mit zwei lupenreinen Dreiern zum 41:41 (24.). Wichtig der Dreier von Sami Hill zum 50:45 (29.) und Elina Koskimies packte einen weiteren erfolgreichen Distanzwurf zum 53:47 drauf. Beim 55:50 nach 30 gespielten Minuten war indes nichts entschieden.

Mit dem 55:55 (32.) schien endgültig klar, dass es keinen klaren Sieger mehr geben würde, zumal dieser Spielstand nun fast drei Minuten Bestand hatte und beide Teams jede Menge Chancen vergaben. Die Gäste trafen dann aus der Halbdistanz und mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 55:59 (35.), während bei den Angels in der Offensive überhaupt nichts mehr zusammenlief. Als Coach Imreh dreieinhalb Minuten vor dem Ende noch einmal zur Auszeit rief, hatten die Angels in diesem Viertel noch keinen einzigen Korb erzielt (!). Erst Pounds brach mit einem Dreier zum 58:61 den Bann (37.), aber beim 59:63 rund 60 Sekunden vor Schluss schwammen die Felle davon. Pounds wurde beim Dreierversuch heftig gefoult und versenkte zwei der drei Freiwürfe zum 61:63, aber in der hektischen Schlussminute verdaddelten die Angels mehrmals den Ball, mussten taktisch foulen und kassierten noch fünf Freiwürfe zum 64:68-Endstand.

Dass die Angels personell nachbessern wollen, bestätigte der Sportliche Leiter Martin Fürleger am Rande der Partie. Ob das bereits in der nun folgenden zweiwöchigen Nationalmannschafts-Pause geschehen wird, konnte Fürleger weder bejahen noch verneinen. Es hänge an der Freigabe des abgebenden Vereins, ob der Vertrag mit einer geeigneten Spielerin zeitnah zustande kommen werde.

Eigner Angels Nördlingen: James 9, Graf (nicht eingesetzt), Vasylenko, Koskimies 12 (2 Dreier), Hill 20 (3), Klug 2, Hasle-Lagemann 2, Pounds 10 (1), Favre 9.

Die Besten bei Saarlouis: Bujniak und Ferreira je 17, Vihmane 15, Jasnowska 12.

Bild: Jochen Aumann
Text:
Robert Milde

Nächste anspruchsvolle Aufgabe für die Angels

Am siebten Spieltag der Toyota Basketball-Bundesliga der Frauen bestreitet das Team der Eigner Angels Nördlingen bereits sein fünftes Heimspiel. Am Samstag (Achtung ungewohnter Spielbeginn: 18 Uhr) geht es gegen die inexio Royals Saarlouis, wie die Rieserinnen eines der Urgesteine des Basketball-Oberhauses mit durchaus vergleichbaren Strukturen.

Der Tabellensiebte aus dem Saarland war am vergangenen Wochenende spielfrei und hat folgerichtig erst fünf Partien bestritten. Siege gelangen zum Saisonauftakt gegen den amtierenden deutschen Meister Eisvögel USC Freiburg (83:80) und am dritten Spieltag in Marburg (67:61), während es gegen die Top-Teams Rheinland Lions (64:87) und TK Hannover (57:74) nichts zu holen gab. Auch beim Aufsteiger Alba Berlin gab es mit 59:68 eine Niederlage für die „Königlichen“.

Die Mannschaft von Headcoach Isabel Fernandez hat in der vergangenen Saison den Eigner Angels den angepeilten Playoff-Platz praktisch vor der Nase weggeschnappt. Bitter war im Dezember 2021 die 60:101-Schlappe der Angels bei den Saarländerinnen, versöhnlich der 80:73-Heimerfolg nach Verlängerung und kuriosem Spielverlauf. Saarlouis belegte nach der Hauptrunde 2021/22 letztlich Rang acht knapp vor den Nördlingerinnen. Nach dem erwarteten Aus in der ersten Playoff-Runde gegen den Ligaprimus Rheinland Lions machten sich die Royals-Verantwortlichen an einen Neuaufbau des Teams und meldeten schnell Vollzug. Mit den drei US-Girls Isabelle Spingola, Myriam Lara-Ackerman und Brianna Rollerson (von den Rheinland Lions), der portugiesischen Nationalspielerin Laura Ferreira, den beiden Polinnen Monika Jasnowska und Monika Naczk, der Kroatin Ana Petrak und der lettischen U21-Nationalspielerin Ketija Vihmane verpflichteten sie ein auf dem Papier vielversprechendes internationales Ensemble. Vor allem Ferreira mit mehr als 16 Punkten und Vihmane mit 13 Zählern im Schnitt erfüllten bislang die Erwartungen, Rollerson steuerte durchschnittlich elf Punkte bei. Zum Kader zählen außerdem die frühere Angels-Kapitänin Magaly Meynadier, die allerdings derzeit mit einer Knieverletzung außer Gefecht ist, sowie die deutschen Nachwuchsspielerinnen Lilli Frölich (kam aus Chemnitz) und Janna Dauer, ein Saarlouiser „Eigengewächs“.

Für Angels-Coach Ajtony Imreh kam der Rückschlag gegen Osnabrück nach zuvor vier gewonnenen Spielen nicht ganz unerwartet: „Wir haben in den vergangenen Spielen mit einer kleinen Siebener-Rotation gespielt und damit kann man nicht in jeder Partie das Tempo und die Aggressivität hochhalten“, nimmt der Trainer sein Personal in Schutz. Im Training habe er auch diese Woche nur acht Akteurinnen zur Verfügung gehabt, um sich bestmöglich auf das Match gegen Saarlouis vorzubereiten. Imreh bittet die Fans, nach der jüngsten Niederlage mit ihrer Unterstützung nicht nachzulassen: „Unsere Fans sind jetzt wichtiger denn je. Wir haben Ziele, aber die können Mannschaft und Publikum nur gemeinsam erreichen.“

Noch keinen Vollzug konnten die Angels-Verantwortlichen bei der Suche nach einem Ersatz für die verletzte und in die Heimat zurückgeflogene US-Amerikanerin Julia Ruzevich vermelden. Zwar gab es dem Vernehmen nach im Laufe der Woche vielversprechende Kontakte mit einer ins Anforderungsprofil passenden Akteurin, aber unterschrieben war bis zum Redaktionsschluss noch nichts. Dass auf den großen Positionen Handlungsbedarf besteht, macht nicht zuletzt die Statistik des vergangenen Sonntags deutlich: Die für Erfolg oder Misserfolg häufig entscheidende Rebound-Bilanz ging mit 34:20 an die Gäste aus Osnabrück und damit an ein Team, das noch nicht einmal mit besonderer Größe aufwarten konnte. Da dürfte die Aufgabe unter den Körben für Johanna Klug, Lea Favre oder Elina Koskimies gegen Saarlouis noch ein Stück anspruchsvoller werden. Noch einmal Coach Tony Imreh: „Ich vertraue meinem Team, das alles geben wird, um den fünften Saisonsieg zu feiern.“

Das Spiel wird wie immer auf sporttotal.tv im kostenlose Stream ab 18.00Uhr übertragen.

Bild: Jochen Aumann
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Robert Milde

Angels überzeugen nur in einem Viertel

Die Eigner Angels Nördlingen haben die Chance verpasst, im Heimspiel gegen die GiroLive Panthers Osnabrück ihren Platz im vorderen Tabellendrittel zu festigen. Nach einer über weite Strecken enttäuschenden Vorstellung unterlag der bisherige Tabellendritte den Niedersachsen mit 60:69. Die einzelnen Viertel endeten 10:15, 24:9, 9:24 und 17:21, was unterstreicht, dass das Nördlinger Bundesligateam nur ein Viertel lang überzeugte. Damit endete auch die Siegesserie von zuvor vier erfolgreichen Spielen.

Angels-Trainer Ajtony Imreh schickte zu Beginn Laken James, Elena Koskimies, Sami Hill, Joey Klug und Anissa Pounds aufs Feld, die ein wenig Anlaufzeit brauchten. Klug verlegte zweimal unter dem Korb, Koskimies und Hill hatten aus der Dreierdistanz kein Glück. Konsequenz: Nach drei Minuten führten die Gäste mit 6:0. Dann brach die für Klug eingewechselte Lea Favre den Bann. Trotzdem: Beim 2:8 nach fünf Minuten war Coach Imreh hörbar unzufrieden mit seinem Team – zuerst noch an der Seitenlinie, dann in der folgerichtigen lautstarken Auszeit beim ernüchternden Spielstand von 2:10 dreieinhalb Minuten vor dem Ende des ersten Viertels. Anschließend hatte Laken James mit einer Einzelaktion Erfolg und verwandelte auch den Bonusfreiwurf zum 5:10. Auch die nächsten fünf Punkte gingen auf das Konto der quirligen US-Amerikanerin, die auf 10:14 verkürzte (10.). Mit einem Freiwurf stellten die nur mit sieben Akteurinnen angereisten Gäste den 10:15-Viertelstand her. 

Mit mehr Verteidigungsdruck starteten die Nördlingerinnen in den zweiten Durchgang, hatten aber in der Offensive zunächst weiterhin wenig Glück. Einzig Pounds und noch einmal Lea Favre verkürzten zum 14:15 (13.) und zwangen Gästecoach Sasa Cuic zu seiner ersten Auszeit. Pounds glich mit einem Dreier aus und packte gleich noch einen erfolgreichen Versuch aus der Distanz drauf – 20:17 für das Heimteam, das erstmals führte (15.). Als auch noch Laken James bei einem Notversuch kurz vor Ablauf der 24 Angriffssekunden Erfolg hatte, kam erstmals Stimmung in der erneut gut gefüllten Hermann-Keßler-Halle auf (24:17, 15.). Getrübt wurde der jetzt deutlich bessere Eindruck lediglich durch die hohe Foulbelastung: Johanna Klug und Elina Koskimies hatten bereits frühzeitig jeweils drei persönliche Fouls auf ihrem Konto. Sami Hill mit zwei verwandelten Freiwürfen (ihren ersten Punkten in diesem Spiel) und Laken James aus der Halbdistanz sorgten für den versöhnlichen 34:24-Halbzeitstand. Hatten im ersten Viertel die Angels nur magere zehn Pünktchen erzielt, waren es im zweiten Durchgang die Niedersachsen, die nur auf neun Zähler kamen.

Der Vorsprung schmolz nach der Pause schnell wieder dahin. Osnabrücks im bisherigen Saisonverlauf Beste, die Amerikanerin Paisley Johnson, verwandelte ihren zweiten Dreier und die bis dahin unauffällige Slowakin Stella Tarkovicova punktete erstmals zum 36:36 (25.). Damit hatten die Gäste das Momentum wieder auf ihrer Seite und nutzten es zum 41:46 (28.) und 43:48 (30.). Dabei setzte sich das Wechselspielchen völlig ungleicher Viertel auch im dritten Durchgang fort: Dem 10:15 in den ersten zehn Minuten und dem 24:9 im zweiten Viertel folgte ein 9:24 im dritten Durchgang – aus Sicht des Gastgebers war es ein Spiel zum Haareraufen. Auffällig auch: Vom im bisherigen Saisonverlauf so überzeugenden Angels-Trio Pounds, Hill und Koskimies hatte nur Pounds einen leidlich guten Tag, während ihre finnische Landsfrau Koskimies drei Viertel lang völlig leer ausging. Und die aggressive und aufmerksame Verteidigung des zweiten Durchgangs war im dritten Viertel völlig verloren gegangen. 

Nach dem 46:56 (34.) herrschte Alarmstimmung im Nördlinger Lager. Hill verkürzte mit einem Dreier auf 49:56, aber dann kassierten Koskimies und Klug kurz nacheinander jeweils Foul Nummer vier. Beim 51:60 blieben dem Heimteam vier Minuten, um das Match noch zu drehen. Nur wie ohne verlässliche Angriffsoptionen? Eineinhalb Minuten dauerte es bis zu Lea Favres 53:60, während Sami Hill, Joey Klug und Anissa Pounds ihre Chancen vergaben. Die Gäste spielten die Partie nun clever herunter, zogen Fouls und verwandelten die folgenden Freiwürfe (53:63, 39.). Die ersten Koskimies-Punkte zum 56:63 80 Sekunden vor Schluss kamen zu spät für eine Wende, zumal die finnische Nationalspielerin wenig später ihr fünftes Foul kassierte. Damit war die Messe gelesen und der Vizemeister von 2021 brachte seinen verdienten Auswärtssieg mit 60:69 nach Hause.

Unter dem Strich war es nach zuvor vier Siegen in Folge eine enttäuschende Leistung der Angels, auch wenn sich das Publikum nach der Schlusssirene mit aufmunterndem Applaus bei den Akteurinnen bedankte. 60 Punkte, davon 24 allein im zweiten Viertel (dem einzigen wirklich guten aus Nördlinger Sicht), sind in einem Heimspiel zu wenig. Das war insofern schade, weil mit Laken James und Lea Favre zwei Akteurinnen ihre bislang besten Saisonspiele zeigten, die sonstigen Leistungsträger aber weit unter ihren Möglichkeiten blieben. Vor allem unter dem Korb scheint das Team nicht gut genug besetzt, um auch gegen die besseren Teams der Liga bestehen zu können. Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am kommenden Samstag in einem weiteren Heimspiel gegen die inexio Royals aus Saarlouis. 

Eigner Angels Nördlingen: Laken James 18 Punkte (2 Dreier), Olena Vasylenko 1, Elina Koskimies 3 (1), Sami Hill 9 (1), Joey Klug 3, Mariam Hasle-Lagemann, Anissa Pounds 14 (2), Lucy Michel (nicht eingesetzt), Lea Favre 12. Wurfquote aus dem Feld: Zweier 36 Prozent, Dreier 33 Prozent. Freiwürfe 8/12 (66 Prozent). – Bei Osnabrück punkteten zweistellig: Driessen 21, Johnson 19 (2), Reichert 11. Wurfquote aus dem Feld: Zweier 48 Prozent, Dreier 30 Prozent. Freiwürfe 18/24 (75 Prozent).

Bild: Jochen Aumann
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Robert Milde

Angels wollen Erfolgsserie ausbauen

Nördlingen Der Spielplan, für Sportinteressierte mitunter ohnehin ein Buch mit sieben Siegeln, ist einer jener Faktoren für Erfolg oder Misserfolg, den Sportlerinnen und Sportler am wenigsten beeinflussen können. Umso mehr freut sich der geneigte Athlet, wenn eben jene Abfolge von sportlichen Vergleichen ihn in seiner Entwicklung voranbringt. Im Mannschaftssport gilt es in der Regel als förderlich, wenn sich die Anforderungen langsam steigern und die Höhepunkte erst gegen Ende einer Spielzeit anstehen, eben dann, wenn man selbst gut trainiert und im Team gefestigt ist. Soweit die Theorie.

In der Praxis können sich die Bundesliga-Basketballerinnen der Eigner Angels Nördlingen über den Spielplan der Saison 2022/23 nicht beklagen. Mit Ausnahme des glatt verlorenen Auftaktspiels beim auch nach der fünften Runde noch ungeschlagenen Tabellenführer TK Hannover gab es in der ersten Saisonhälfte durchweg machbare Aufgaben und die hat das Team von Trainer Ajtony Imreh mit Bravour gelöst. Die Erfolgsserie von vier Siegen hintereinander, die das Team bis auf den dritten Tabellenplatz hievte, kann dabei an den nächsten beiden Wochenenden noch ausgebaut werden: In eigener Halle gegen die GiroLive Panthers Osnabrück (diesen Sonntag um 16 Uhr) und sechs Tage später gegen die inexio Royals Saarlouis (19. November, 18 Uhr) wollen Sami Hill, Elina Koskimies und Co. ihren Spitzenplatz festigen, ehe die Vorrunde dann im Dezember mit den Krachern in Freiburg, daheim gegen Keltern und bei den Rheinland Lions abgeschlossen wird.

Ist Osnabrück, Überraschungs-Vizemeister der Corona-Saison 20020/21 und im Jahr darauf erneut Halbfinalist, wieder eine machbare Aufgabe für die Rieser Korbjägerinnen? Machbar ja, aber sicher nicht im Vorbeigehen. Die Niedersachsen, mit rund 510 Kilometern einfach das Team mit der längsten Anfahrt ins Ries, überzeugten zuletzt mit einem souveränen 71:50-Heimsieg gegen Halle, obwohl mit Jenny Strozyk, Chelsea Waters und Victoria Poros drei Leistungsträgerinnen fehlten. Die „Galavorstellung“, so die Neue Osnabrücker Zeitung in ihrem Nachbericht, bedeutete den zweiten Saisonsieg nach dem 66:52 in Herne; Niederlagen gab es zum Saisonauftakt gegen Aufsteiger Alba Berlin (61:64) und am dritten Spieltag beim deutschen Meister Freiburg, hier allerdings hauchdünn mit 71:72. Aktuell steht das Team von Trainer Aleksandar Cuic mit ausgeglichener Bilanz auf Tabellenplatz sechs.

Beide Teams trafen bereits in der Saisonvorbereitung aufeinander, als sich die Panthers mit einem 66:61-Erfolg im Finale gegen Gastgeber Nördlinger den Angels-Cup sicherten. Die Niedersachsen beeindruckten dabei mit einem starken Kollektiv aus guten deutschen Akteurinnen und sehr effektiven Ausländerinnen. Das bestätigt auch die Statistik im bisherigen Saisonverlauf, in der die US-Amerikanerin Paisley Harding, eine starke Dreierwerferin (15,3 Punkte im Schnitt), die Slowakin Stella Tarkovicova (11,8) und die junge Centerin Stella Reichert, Neuzugang aus Göttingen (11,3 Punkte und 10,5 Rebounds im Schnitt) besonders überzeugten. Zu beachten sind zudem US-Centerin Chelsea Waters und die zuverlässige Aufbauspielerin Jenny Strozyk.

Dem steht ein Nördlinger Team gegenüber, das sich bislang vor allem auf die kanadische WM-Vierte Sami Hill sowie die beiden finnischen Nationalspielerinnen Elina Koskimies und Anissa Pounds verlassen konnte. Pounds führt mit 85 Punkten aus fünf Spielen sogar die aktuelle Liste der DBBL-Topscorerinnen an. Im Angels-Tableau vermisst man allerdings nach wie vor eine klassische „Abräumerin“ auf der Position fünf, wo sich nach Verletzung und Heimflug von US-Girl Julia Ruzevich Johanna Klug mehr oder weniger allein mühen muss. Dem Vernehmen nach bemühen sich die Angels-Verantwortlichen gerade  intensiv um einen Ruzevich-Ersatz, wie Vorstandsmitglied Thomas Lambertz bestätigt: „Wir haben einer Spielerin, die in unser Anforderungsprofil passen würde, ein Vertragsangebot gemacht. Unterschrieben ist allerdings noch nichts.“

Osnabrück wird übrigens nach dem Angels-Cup und dem sonntäglichen Gastspiel demnächst ein weiteres Mal die weite Fahrt ins Ries antreten: Die diese Woche vollzogene Auslosung für das Pokal-Achtelfinale ergab die Paarung Eigner Angels gegen Osnabrück. Gespielt wird am Mittwoch, 7. Dezember, um 19 Uhr in der Hermann-Keßler-Halle. Also ein weiteres Mal Glück mit dem – in diesem Fall ausgelosten – Spielplan.

Bild: Jochen Aumann
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Robert Milde

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