Autor: Thomas Lambertz

Härtetest für die Eigner Angels

(thla.) Nach zwei deutlich gewonnenen Testspielen gegen Zweitligisten treten die Eigner Angels an diesem Wochenende einen echten Härtetest an. Beim Angels-Cup in der Nördlinger Hermann-Keßler-Halle gibt es ab Samstag einen deutsch-österreichischen Ländervergleich. Aus der Alpenrepublik reisen die Herzoginnen des siebenfachen österreichischen Meisters der BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg und die ASKÖ DBB LZ OÖ aus Steinhaus/Oberösterreich an. Zum Nördlinger Erstligisten gesellen sich die GiroLive Panthers aus Osnabrück, immerhin Vierte der letzten Hauptrunde und unterlegener Halbfinalist in den Play Offs um die Deutsche Meisterschaft der Saison 2021/22.

Zwei Angels-Siege in der bisherigen knapp dreiwöchigen Vorbereitung, 177 erzielte und 98 kassierte Punkte: so schlecht sieht die Statistik der Kraterbasketballerinnen nicht aus. Auf den ersten Blick: schaut man genauer hin, erkennt man doch einige Baustellen, die es bis zum Pokalfight der 2. Runde beim Deutschen Meister USC Freiburg am 08.10. fertigzustellen gilt. Die Ansprüche der Eigner Angels sind gewachsen. Das Team um Coach Ajtony Imreh will diese Saison unbedingt in die Play Offs. Ein Ziel, dass man letzte Saison knapp verfehlte. In den bisherigen Vorbereitungsspielen fehlte es vor allem an offensiven Ideen, von Systemen nach so kurzer Vorbereitungszeit kann man noch nicht sprechen. Erschwerend für das stotternde Angriffsspiel der Angels ist, dass mit Sami Hill die Lenkerin des Nördlinger Spiels mit Team Kanada in Australien bei der am 22.09. begonnenen Weltmeisterschaft weilt. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass Kanada bis zum Endspiel (01.10.2022) im Turnier bleibt, dennoch wird sie noch eine Weile nicht zu Verfügung stehen. Vermisst werden unter anderem ihre Highspeedläufe. Denn vor allem auf Tempo und Power warteten die Nördlinger Fans in den Testspielen vergeblich. Auch fehlte der von Coach Tony geforderte Biss in der Verteidigung. „Geht an eure Foullimits. Eure Gegner sollen Respekt haben, wenn sie gegen die Eigner Angels antreten.“ Den hatten zumindest die sechs angetretenen Schwabacherinnen letzten Samstag nicht, konnten sie doch gut mit dem Bundesligadino mithalten. Auch die Münchnerinnen im ersten Testspiel ließ man zu lange mitspielen.  Das Fehlen von Sami Hill, Julie Ruzevich und Mesi Obanor kann hier für einen ambitionierten Erstligisten nicht als Entschuldigung gelten. Mit den verbliebenen Angels um das finnische Nationalspielerinnenduo Anissa Pounds und Elina Koskimies soll man schon in der Lage sein, mehr Mut und Selbstbewusstsein auf die Bretter zu bekommen. Allerdings springt ein gutes Pferd auch nur so hoch wie es muss. Und hoch springen müssen die Angels, wenn sie am Samstag um 18.00Uhr um den Finaleinzug gegen das Damenbasketball Leistungzentrum Oberösterreich ASKÖ DBB LZ OÖ spielen. Zuvor treten um 15.00Uhr Osnabrück und Klosterneuburg gegeneinander. Das Spiel um Platz eins am Sonntag um 14.00Uhr wäre ein schöner Erfolg für die Angels, wichtiger ist es aber für Trainer, Verantwortliche und Fans zu sehen, dass man auf einem guten Weg in die 15. Bundesligasaison ist. Etwas mehr Biss und Esprit als in den vorausgegangenen Testspielen sollen es nach den Vorstellungen der

 Verantwortlichen sein. Zu sehr sah das bisher Vorgetragene nach Steinewerfen und nicht nach dem gewohnt rasanten Nördlinger Basketball aus, der die Zuschauer in die Halle lockt und zum Anfeuern ermutigt. Unabhängig davon, in welcher Aufstellung man aufläuft, muss sich ein selbst ernannter Playoff-Aspirant diesen Ansprüchen stellen.

Die Spielpaarungen und Zeiten:

Samstag, 24.09.:

15:00 Uhr           Spiel 1: GiroLive Panthers Osnabrück – BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg

18:00 Uhr           Spiel 2: EIGNER Angels Nördlingen – ASKÖ DBB LZ OÖ

Sonntag, 25.09.:     

11.00 Uhr           Verlierer Spiel 1 – Verlierer Spiel 2

14.00Uhr             Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2    

Bild: Michael Soller
Text:
Thomas Lambertz

Hexen am Stadtmauerfest, Engel unter der Woche

Was für ein Dienstagabend. Der FC Bayern München gewinnt in der Fußball Champions League gegen den FC Barcelona. Viel wichtiger für den deutschen Basketball ist aber der Viertelfinalsieg der Männer bei der Basketball-EM in Berlin gegen Griechenland. Und dann gewinnen auch noch die Eigner Angels ihr erstes Testspiel klar mit 88:48 gegen den Zweitligisten Jahn München.

Es läuft könnte man sagen. Es läuft holprig muss man aber konstatieren, zumindest wenn man Anhänger der Eigner-Mädels ist. Erst in der zweiten Woche im Einsatz, wollte man bei den Angels eine erste Standortbestimmung. Coach Ajtony Imreh legte in den sechs Trainingseinheiten zuvor den Schwerpunkt auf die körperliche Fitness sowie auf Verteidigung. So trat man beim ersten öffentlichen Auftritt ohne echtes Angriffssystem und ohne Sami Hill, die noch bei der kanadischen Nationalmannschaft weilt, an. Gästecoach Konstantin Hammerl, ein gebürtiger Nördlinger, kam mit einer sehr jungen Mannschaft ins Ries. 17,5 Jahre ist der Altersdurchschnitt bei den Landeshauptstädterinnen, da sind die Eigner Angels schon beinahe alte Hasen mit 23,4 Jahren. Und das im 15. Jahr Erstligazugehörigkeit. Beide Trainer legten auf den Testspielcharakter wert. Nördlingens Coach Tony wollte zudem, dass das sein Team in der Verteidigung seine Grenzen auslotet. Zumindest was diese Grenzerfahrung anging, durften die Rieserinnen, die alle eingesetzt wurden, in der Verteidigung ihre Grenzen nach dem ersten Viertel nach oben schrauben (14:18).

Die richtigen Schrauben und der passende Schraubschlüssel schienen gefunden, denn erst in der 16. Minute gelang den Gästen der erste Korberfolg. Da stand es aber schon 30:20. Die Nördlinger Damen waren also endlich im Thema. Und es hätten noch mehr Punkte auf dem Nördlinger Konto stehen können, hätte man auch an die Passgenauigkeit justiert. So ließ man einiges an Punkten liegen, was den Halbzeitstand von 41:27 nur in Etwa widerspiegelte. Nördlingens Coach Imreh sprach es in der Halbzeit an. Zufrieden mit dem Einsatz in der Verteidigung im zweiten Viertel, forderte er mehr Struktur im Angriffsspiel. Das bekam er dann mit Abstrichen in Viertel Nummer drei. Die Verteidigungsintensität war im Vergleich zum ersten Viertel um ein Vielfaches höher. Aus den Ballgewinnen entsprangen schöne Spielzüge und Pässe, dennoch wirkte noch vieles erwartungsgemäß improvisiert. 25:9 ging dieses Viertel an die Eigner-Girls (66:36).

Das letzte Viertel brachte dann auch das Ergebnis, was man beim Aufeinandertreffen eines Erst- und Zweitligisten erhoffen durfte. Die Münchnerinnen, die sich unbeeindruckt von der nun rollenden Angriffsmaschine der Nördlingerinnen zeigten, spielten munter mit. Bei ihnen darf man gespannt sein, wie sie sich am kommenden Samstag in der 1. Runde des DBBL-Pokals gegen Absteiger und Abonnementsmeister Wasserburg präsentieren. Der 88:48-Sieg der Eigner Angels sollte für beide Mannschaften kein Maßstab für die kommende Saison sein. Nördlingens Finnin Elina Koskimies brachte es dann auch auf den Punkt: „Es war ein Testspiel, wir kennen uns auf dem Feld noch nicht. Aber wir haben uns durch eine verbesserte Defense in das Spiel gekämpft und am Ende auch verdient hoch gewonnen.“

Am kommenden Samstag, 17.09. wird in der Hermann-Keßler-Halle weiter getestet. Um 18.00Uhr ist dann Schwabach zu Gast. Spätestens beim Angelscup am 24. und 25.09. ebenfalls in der HKH, will man dann auch schon das ein oder andere offensive System präsentieren. Die Gegner, Ligakonkurrent GiroLive Panthers aus Osnabrück und die beiden österreichischen Vereine BK Raiffeisen Duchess Klosterneuburg und ASKÖ DBB LZ OÖ Linz-Wels (beide 1. Österreichische Liga) sollten dann schon einen anderen Testspielcharakter darstellen als die wackeren Münchnerinnen.

Bild: Sascha Kosiurak
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Thomas Lambertz

Pirates Open, LED-Bande & Korbkamera

Nach und nach sammeln sich die Kraterbasketballerinnen der Eigner Angels aus Nördlingen um ihren Coach Ajtony Imreh. Am 01.09. bittet „Coach Tony“ erstmals offiziell für die Saison 2022/2023 zum Training. Fehlen wird noch die kanadische Nationalspielerin Sami Hill, die in der Vorbereitung zur Weltmeisterschaft in Sydney (22.09. – 01.10.2022) mit ihrem Ahornteam steckt. Erste Ball- (und Fan)kontakte konnten die bereits eingetroffenen Angels bei den Pirates Open vergangenen Freitag knüpfen. Traditionell nimmt das Team das Event, mittlerweile die neunte Ausgabe des legendären Turniers am Berger Tor, als Kennenlerngelegenheit wahr. Unter den 72 Startern kam Küken Lena Graf als beste aktive Spielerin der Angels in die zweite Runde und landete letztendlich auf Platz 36.

Spielplan & Dauerkarten

Der Spielplan steht ebenfalls bereits fest. Bereits in ihre 15. Erstligasaison können die Angels starten und gehören nach Marburg zu den Dinos der Liga. Der Auftakt der Pflichtspiele hat es dieses Mal besonders in sich. Zum Pokalspiel geht es am 08.10. zum Deutschen Meister aus Freiburg. Am 14.10. muss man nach Hannover zum ersten Punktspiel. Hannover? Da gab es letzte Saison doch eine dreifache Verlängerung? Und am 16.10.2022 um 16.00 Uhr steigt der Knaller in der Hermann-Keßler-Halle gegen Aufsteiger Alba Berlin. Spätestens nach den furiosen Spielen der Nördlinger Herren 2008 in der 1. Bundesliga gegen Alba Berlin wissen auch die Berliner, wo Nördlingen liegt und wie viel Basketball den Nördlingerinnen und Nördlingern bedeutet. Für das Rückspiel am Freitag, den 24.02.2023 in Berlin laufen ebenfalls schon die Planungen. Hier ist bei entsprechender Resonanz eine größere Fanfahrt geplant. Einzelheiten dazu werden rechtzeitig veröffentlicht. Dauerkarten gibt es ab 01.09.2022 online auf der Seite der Eigner Angels https://eigner-angels.de/spielplan-tickets/. Auch beim heimischen Vorbereitungsturnier der Rieserinnen, dem Angels Cup am 24./25.09., können Karten bestellt werden.

Für nicht internetaffine Fans bieten die Korbjägerinnen einen Vorverkauf am 08.09. (15.00 Uhr – 18.00 Uhr) und am 09.09. (8.30 Uhr – 12.30 Uhr) in der Lavazza Bar in Nördlingen an. Hier und online können dann auch schon Einzelkarten für die Vorbereitungsspiele am 13.09. gegen Jahn München und 17.09. gegen Schwabach bestellt werden.

LED-Bande & Korb-Kameras

Mit zwei spektakulären Neuerungen werden die Eigner Angels neben und über dem Spielfeld in die neue Saison starten. Um weitere Werbeflächen anbieten zu können wurde in eine 20mtr lange, hochmoderne LED-Bande investiert. Diese wird nun nach und nach mit Trailern bespielt. Damit bieten die Macher der Angels mit großartigen optischen Visualisierungslösungen professionalisierte Sponsoreninfos und Werbung an. Des Weiteren wird der bundeligaweit hochgelobte Stream der Eigner Angels von Martin Wiemann und seiner BGB-movie productions um zwei Korbkameras aufgewertet.

Je eine Kamera wird dazu auf die Körbe montiert und überträgt das unmittelbare Geschehen unter den Körben. Damit sind die Zuschauer noch mehr in die Spielaktionen involviert. Mit LED-Bande und Korbkameras professionalisieren sich die Angels abseits des Spielfelds weiter und setzen für die Liga ein Ausrufezeichen in Sachen Vermarktung und Präsentation. Dabei sind sich die Verantwortlichen der finanziellen Risiken bewusst. Deshalb hofft man im Angels-Lager, auf einen coronafreien Saisonverlauf mit vielen Zuschauern. Denn der beste Stream ersetzt keinen Besuch vor Ort.

Bild: Thomas Lambertz
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Thomas Lambertz

Lucy Michel zurück bei den Angels

Das Leben einer angehenden Nationalspielerin ist nicht leicht. Erst um zwei Uhr morgens von einem Nationalmannschaftslehrgang in Italien zurückgekehrt, klingt Lucy Michel in aller früh schon wieder frisch und fröhlich. Und sehr professionell. Auch das Akzeptieren des Ausscheidens aus dem EM-Kader analysiert die künftige Nördlingen Rückkehrerin professionell sportlich und mannschaftsdienlich: „Bei den Testspielen in Florenz hat sich leider eine Mannschaftskollegin auf der großen Position verletzt. Da wir mit großen Spielerinnen in die EM starten wollen, bin ich gecuttet worden.“ Dennoch will sie weiter am Ball bleiben, für die Nationalmannschaft, in der sie schon als U16-Spielerin gespielt hat. Und auch künftig für die Eigner Angels aus Nördlingen, die im Oktober in ihre 15. Bundesligasaison starten werden.

Die 18-jährige ist eine von sechs Angels-Spielerinnen, die es zurück nach Nördlingen zieht. Neben den eigenen Erfahrungen beim TSV Nördlingen, anfangs unter Agi Szittya und Ex-Angel Laura Geiselsöder und danach Pat Bär, spiegelt sie auch die Eindrücke von Sami Hill wider, die ebenfalls erneut bei den Angels an den Start gehen wird. „Ich habe mit Sami gesprochen. Es gibt da einen sehr großen Wohlfühlfaktor in Nördlingen, das Umfeld, das Team hinter dem Team- alle tun so viel für die Mannschaft. Und die Menschen in Nördlingen sind so nett zu Einem. Das waren Punkte, die mich zu einer Rückkehr nach Nördlingen bewogen haben.“ Unbekannt ist Basketball-Nördlingen für Michel nicht. Sie spielte bereits ein Jahr unter Bundesligacoach Ajtony Imreh in der Regionalliga. Als U16-Spielerin verließ sie den TSV Nördlingen dann Richtung Würzburg und weibliche Nachwuchsbundesliga WNBL, die in Nördlingen nicht angeboten wird. Der Schritt direkt in die 1. Bundesliga war dem mittlerweile 1,80m großen Shooting Guard zu gewagt. „WNBL und 2. Bundesliga waren genau meins.“ sagt Michel heute. „Imre Szittya hat mich dann gefragt, ob ich nicht nach Nördlingen zurückkehren möchte, ein soziales Jahr absolvieren und im Kader der Angels trainieren und, wenn möglich, auch spielen will.“ Danach übernahm dann Martin Fürleger, der sportliche Leiter des Erstligisten die Gespräche mit der Oettingerin. Angesprochen auf ihre Ziele hofft die Hobbybäckerin, die selbst keinen Kuchen mag, sich vor allem in der Defense unter Coach Tony weiterzuentwickeln. „Coach Tony ist unter anderem bekannt für seinen Fokus auf die Defensearbeit.“ Mit der Verpflichtung der jungen Lucy Michel verfolgen die Eigner Angels konsequent den Weg als Ausbildungsbetrieb und Plattform für junge deutsche Nachwuchsspielerinnen. „Wir sind glücklich, mit Lucy eine sehr junge Kennerin der Nördlinger Basketballszene in unseren Kader aufnehmen zu können, zumal sie als Oettingerin auch noch einen regionalen Bezug zu uns hat.“ freut sich der sportliche Leiter Martin Fürleger. Ihm und Kurt Wittmann ist es dieses Jahr gelungen, den vorjährigen Stamm des Teams zu halten und gleichzeitig Verstärkungen (zurück) ins Ries zu holen. Einen ersten Blick auf das Team der Angels, das nun in seine 15. Bundesligasaison startet, können Fans am 13. Und 17. September (mit anschließender Teampräsentation) werfen. Ernst wird es dann erstmals im Pokal am 09.10.2022 beim Deutschen Meister aus Freiburg, bevor es am 14.10. zum Bundesligaauftakt nach Hannover geht.

Bild: Martin Fürleger
Text:
Thomas Lambertz

Die Geschichte einer Bande

Es war kein Aprilscherz als Anfang April 2021 Vorstandskollege Peter Struck von einem Besuch beim Geschäftsführer der HAKRO Crailsheim Merlins, Martin Romig, erzählte. Die Merlins spielen erfolgreich in der BBL, also der Männerbundesliga. Mittlerweile sich zwischen beiden Vereinen ein reger, freundschaftlicher und partnerschaftlicher Informations- und Erfahrungsaustauch ergeben. Auf jeden Fall kam Peter mit der Idee einer LED-Bande zurück ins Ries. Einem neuen und vielfältigen Werbeträger, den wir unseren Sponsoren als Werbemittel zu Verfügung stellen könnten. Im Mai 2021 machten wir erneut einen von vielen Arbeitsbesuchen in Crailsheim. Martin Romig und sein Team waren so freundlich, uns ihre Bande zu erklären und vorzuführen. Ein Besuch in Burgau, wo eine 2nd-hand Bande stand, erbrachte keine Vorteile für uns. Von Oktober 2021 bis Januar 2022 erstellten wir einen Businessplan, weitere Besuche bei den Merlins und mehrere Gespräche mit Romig und intern folgten. Nach längerer Beratung im Vorstand und mit Namenssponsor Werner Luther von der EIGNER Bauunternehmung entschlossen wir uns im Februar 2022, dieses Wagnis einzugehen und uns ein im Ries wahrscheinlich einzigartiges Werbeinstrument zu beschaffen. Mit Bene Lasser fand sich auch gleich ein „Fan“ dieses Projektes. Bene wird sich künftig um die Programmierung kümmern und der Bande „Leben“ einhauchen.

Eine erste Anzahlung erfolgte und die Bande ging in China in Produktion. Im Mai 2022 war die Finanzierung vollständig abgeschlossen und die Bande wurde am 08.05. Richtung Nördlingen verschifft. Die geplante Ankunft wurde auf den 02.06. terminiert. Ein vierwöchiger Streik im Hamburger Hafen ließen die Bande vier Wochen auf der Nordsee dümpeln. Mitte Juli erfolgte dann die Anlandung, die Verzollung (EORI und Zolltransaktionsnummer haben wir als BG jetzt auch!)

Am 22. Juli kam das gute Stück in der Hermann-Keßler-Halle mit leichtem Transportschaden an, am 29.07. erfolgte ein erster erfolgreicher Testaufbau, an welchem alle Teilnehmer eine Menge Spaß hatten. Es folgte ein weiterer Testaufbau im August, die Organisation der Software, die Rekrutierung der Helferteams und die Programmierung. Und nun steht sie vor Ihnen und strahlt Sie an. Nutzen werden wir diese natürlich für Sponsoren (marketing@bg-donau-ries.de), für Infos um den Basketball, für private Grußbotschaften und was es sonst noch gibt, wo wir noch nicht dran denken. Interessenten wenden sich bitte an uns oder schicken uns eine E-Mail an o.g. Adresse.

Text: Thomas Lambertz

Laken kehrt zurück zu den Angels

Ein Master mit seinem eigenen Basketballcourt kommt nach Nördlingen

(thla). Wenn man einen Mastertitel in angewandter Führung und Lehre erhält, hat das mit Kompetenz und Führungsfähigkeiten zu tun. Wenn dann eine Sportmannschaft einen „Master in applied leadership and teaching“ als Verstärkung bekommt, darf man nicht nur von einem sportlichen Gewinn sprechen. Zumal der Master in Wirklichkeit eine Mistress ist, sich in Nördlingen auskennt, keine Unbekannte in der 1. Toyota Damenbasketball Bundesliga ist und Laken James heißt. Sie kehrt zur Freude der Angels-Verantwortlichen nach einem Jahr in Edinburgh nach Nördlingen zurück und wird für die Eigner Angels Nördlingen auflaufen.
Damit ist Martin Fürleger, der sportlichen Leiter der Eigner Angels, ein überraschender Coup geglückt. „Wir haben unser Augenmerk gezielt auf Charakter- und Führungsstärke gelegt.“ Diese Eigenschaften kannte man von James. Die US-Amerikanerin kam in der Saison 2020/21 als Ersatz für Kelly Campbell, die nach nur vier Spielen vom Heimweh geplagt Nördlingen Richtung Heimat verließ. James spielte sich von Beginn an in die Herzen der Zuschauer, überzeugte sie genau mit den Tugenden, die die Zuschauer und eben Fürleger gerne an ihr sehen wollen: Führung, starken Charakter, Einsatz, Leidenschaft, Emotion. Sie scorte in 15 Spielen durchschnittlich 7,1 Punkte und holte 3,6 Rebounds. Besonders in der Verteidigung ließ der 1,75m große Guard aufmerken. Ihre Art, ihren Gegnerinnen den Ball zu stehlen, prägte dann auch den „Laken steal“. Knallharte Defense möchte Coach Ajtony Imreh von ihr wieder in der kommenden Saison wieder sehen. Ihm war die Freude anzumerken, dass eine weitere Wunschkandidatin in das Team der Kraterbasketballerinnen zurückkehrt. „Laken ist eine sehr starke Verteidigerin und das Jahr in Schottland hat ihr gut getan. Sie hat sich sportlich und charakterlich noch weiterentwickelt“ ist sich der Chefcoach der Angels, der in seine vierte Saison geht, sicher. Dass James als Profi gewachsen ist, erkennt man auch an ihrer Arbeit in der von ihr gegründeten „Five Star Academy“, in welchen jungen Spielerinnen die Grundlagen des Basketballs beigebracht bekommen. Selbst nervte sie ihren Vater, in ihrer Heimatstadt Oconto in Wisconsin auf der Zufahrtstraße Linien aufzuzeichnen, damit sie ihren eigenen „Court“ bekam. „Ich bin eine Athletin. Ich bin eine Träumerin. Ich bin eine Drehbuchautorin. Ich schrieb meine eigene Geschichte von dem Zeitpunkt an als die Dreipunktlinie auf meine Zufahrt gemalt wurde,“ erinnert sich die Absolventin der University of Wisconsin, Green Bay auf ihrer eigenen Homepage.
Mit Laken James, Sami Hill, Elina Koskimies, Anissa Pounds und Joey Klug (aus Marburg) kommen fünf Spielerinnen nach Nördlingen zurück, eine davon lernte ihr basketballerisches Handwerk im Ries. „Wenn 5 Spielerinnen zurück nach Nördlingen wollen, heißt das schon etwas für den Basketballstandort Nördlingen.

Denn Geld kann es allein nicht sein, da sind wir leider schon traditionell im hinteren Drittel der Liga angesiedelt. Dieses Jahr sind wir sicher finanzielles Schlusslicht, wenn ich mir die Zugänge in anderen Mannschaften anschaue“ kann Martin Fürleger den berechtigten Stolz über seine gelungene Spielerakquise kaum verbergen, aber auch eine Portion Skepsis schwingt mit. Stolz kann der 35-jährige auch sein, wenn er in seine zweite Saison als Angels-Verantwortlicher Sport geht. Insbesondere, wenn eine weitere Nördlingerin eine Rückkehr ins Ries plant, wie der vorsaisonale hektische Flurfunk meldet. Skeptisch wird Fürleger, wenn er die aufgerufenen Gehälter für in Frage kommende Spielerinnen betrachtet: „Da können wir einfach nicht mitmischen. Das würde sowohl den finanziellen Rahmen als auch unseren Gehaltsrahmen sprengen.“ Fürleger, selber Vorstandsmitglied, übt sich in Understatement, zeigt aber Verhandlungsstärke und weiß seinen gesamten Vorstand hinter sich. „Wir punkten eben auch mit unseren soft skills. Dem Herzblut unserer Helfer, die direkt oder indirekt mit der Mannschaft zu tun haben. Wir sind Kümmerer. Zudem ist da der Charme der Menschen und der Stadt, dem beschaulichen und vergleichsweise ruhigen Ries.“ Hinter der kanadischen Nationalspielerin Sami Hill etwa war nicht nur die halbe Liga her, auch das finanzstarke Ausland interessierte sich für eine der besten Spielerinnen der vergangenen Saison in der DBBL. Den Zuschlag gab die Angels-Kapitänin der letzten Saison ebenso wie „Master“ Mistress Laken James aber dem beschaulichen Nördlingen, einer runden Stadt, im runden Ries. Fast so rund wie die rote Basketballkugel, der die Eigner-Girls ab dem 09.10. offiziell wieder hinterherjagen.

Bild: Martin Fürleger
Text: Thomas Lambertz

EIGNER ANGELS Basketball
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