EIGNER Angels am Ende mit Pech und einem 0:2-Rückstand in der Best-of-Five-Serie

EIGNER Angels unterliegen auch im zweiten Spiel der PlayOff-Serie gegen Halle mit 79:88 (21:21, 24:17, 17:16, 26:25) und stehen damit beim Heimspiel am Gründonnerstag nun mit dem Rücken zur Wand.

Typisches Charakteristikum von PlayOff-Spielen sind normalerweise ihr von der Defense geprägter Spielverlauf. Doch in Halle bestätigt die Ausnahme wohl die Regel. Die Angels präsentierten sich zu Beginn des Spiels ganz anders als noch vor zwei Tagen. Treffsicher und unbeirrt vom wieder sehr physischen Spiel zeigte man nun den erwarteten Kampfeswillen und auch über weite Strecken die vielseitigen Qualitäten, die dieses Team ausmachen. Besonders Mariam Haslé-Lagemann zeigte ungeahnte Fähigkeiten von überall auf dem Feld und war mit sieben Punkten früh der energetische Motor der Mannschaft. Halle hielt aber gut mit und mit vereinten Kräften beider Mannschaften entwickelte sich ein überaus sehenswertes und attraktives Basketballspiel, das mit 21:21 in seine erste Viertelpause ging.

Naomi Davenport, die im ersten Spiel noch recht lust- und energielos wirkte, fasste sich ein ums andere Mal ein Herz und trug wertvolle Punkte bei, denn die Hallenserinnen ließen nicht locker und überzeugten vor allem mit ihren Schnellangriffen, für die die Angels oftmals einen Flügelschlag zu langsam waren und Coach Matiss Rozlapa die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Vielleicht war es die erneut lange Anreise oder auch einfach das nun einsetzende Wurfpech, das dafür sorgte, dass Halle Oberwasser gewann und auf den letzten Metern vor der Halbzeitpause ein kleines Punktepolster kreieren konnte. Ihre hochgefährlichen Dreierschützinnen und flinken Guards nahmen ihr Team auf die Schultern und trugen sie zum 45:38 zur Halbzeitpause.

Offenbar wollte man den Zuschauern dieses schöne Offensivspiel nicht länger zugestehen, denn bei Wiederanpfiff merkte man den deutlichen Umschwung im Spielverlauf. Die Verteidigung wurde nun ruppiger und foullastiger, das Spiel insgesamt langsamer. Eine überragende Freiwurfquote von über 90 Prozent und ordentliche Quoten aus dem Zweierbereich halfen aber dabei, das Spiel möglichst ansehnlich zu halten. Lediglich die Ausbeute aus der Distanz ließ bei den Angels noch Luft nach oben und war wohl neben der Guard-zentrierten Spielweise der Nördlingerinnen der entscheidende Faktor, warum Halle ihren Punktevorsprung aufrechterhalten konnte. Noch immer zu selten aber wurde die Agilität der beiden Davenports am Zonenrand genutzt, die ihre körperliche Überlegenheit doch eigentlich so gut einzusetzen wissen.

Der Start ins letzte Viertel gelang überragend. Man schien Halle nahezu zu überrennen und legte einen 13:2-Zwischenspurt innerhalb weniger Minuten hin. Beasley und Davenport bedienten sich gegenseitig und schraubten den Zwischenstand sogar auf eine kleine Angels-Führung. Doch zwei schnelle Dreier von Cousseins-Smith und Robertson und der gute Lauf war dahin; dann noch ein, zwei klitzekleine Unaufmerksamkeiten und der alte Rückstand um die sieben Punkte war wieder hergestellt. Taylah Simmons, bis dahin unauffällige Punktesammlerin ihres Teams, knallte den Ball bei Ablauf der Shotclock wild Richtung Korb; das Brett schluckte den Aufprall und ließ sie nach Foul zum Vierpunktspiel an die Freiwurflinie treten. Auf der Gegenseite verpassten es die Schiedsrichter, die richtigen Entscheidungen zu treffen, was Matiss Rozlapas Fass zum Überlaufen brachte. Zwei technische Fouls direkt nacheinander schickten den Angels-Coach auf die Tribüne und die Lions auf die Siegerstraße.

Am Ende halfen alle Diskussionen und auch überragende 30 Punkte von Erika Davenport nichts; mit einem 0:2 in der Serie muss man nun die Heimreise antreten und darauf bauen, dass am Gründonnerstag endlich der notwendige Umschwung kommt und man die Serie durch eine breitere Punkteverteilung in ein Spiel 4 schicken kann. Ansonsten ist die doch eigentlich so gute Saison für Nördlingens Erstligabasketballerinnen schon vorbei.

Für die EIGNER Angels spielten: Erika Davenport (30 Punkte), Naomi Davenport (10), Nicole Brochlitz (3), Enija Viksne (4), Roosa Lehtoranta (5), Mariam Haslé-Lagemann (7), Lisa Bertholdt (1), Brandi Beasley (19), Leonie Kambach (0).

Bei Halle fielen auf: Simmons (17), Warley (15), Pounds und Robertson (jeweils 13).

Text: Nils Gerstmeier
Bild: Michael Soller


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