Das Projekt WNBL-Team TVA Young Angels -der Anfang ist gemacht
Von der Idee bis zur Durchführung waren es gerade einmal drei Monate. Ein Anruf von BG-Vorstand Ingrid Hecht-Wittmann bei Mirijam und Carina Unger in Augsburg, beide ehemalige Angels-Spielerinnen, war der Anstoß zur Realisierung einer eigenen YOUNG ANGELS WNBL-Truppe.
Obwohl der eigentliche Standard in der 1.DBBL, eine WNBL-Mannschaft zu haben, in Saison 26/27 nicht sanktioniert wird, ist es den BG-Verantwortlichen dennoch eine Herzensangelegenheit und ein Zukunfts-Projekt. Und dass sich die Idee so schnell umsetzen ließ, ist sicherlich ein großer Verdienst der beiden Macherinnen in Augsburg, die ein Try-Out organisierten um den Stamm an TVA-Spielerinnen erweitern zu können und zumindest die Quali in Angriff zu nehmen. Einige organisatorische Hürden mussten ebenfalls noch genommen werden, wobei mit dem TSV Gersthofen und dem TSV Nördlingen weitere Kooperationspartner der Angels sowie der SSV Schrobenhausen und der TSV Diedorf zur Seite sprangen.
Nicht unerwähnt darf auch die finazielle Unterstützung des Sponsors N8stallung, dessen Geschäftsführer Andreas Sauler, sofort von dem Projekt begeistert war.
Und schon war es Juni: das Qualifikations-Turnier in Ludwigsburg stand auf dem Kalender.
Erstmals in der 19-jährigen Geschichte unseres Vereins startete ein Team in der WNBL, der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga unter dem Namen des Rieser Erstligisten. Allerdings bedurfte es dazu viel Kommunikation und Kooperation.
Als Neuling im Wettbewerb mussten die „TVA Young Angels“ ein Qualifikations-Turnier bestreiten um zum Haupt-Wettbewerb zugelassen zu werden. „Schon allein, dass wir all die organisatorischen Hürden gemeistert haben und jetzt nach Ludwigsburg zum Turnier fahren, ist für uns ein erster Erfolg,“ ordnete Ingrid Hecht-Wittmann, die Vorsitzende der BG Donau-Ries, ein, die das Projekt angestoßen und begleitet hat.
Die Gegner am Samstag und Sonntag kamen aus Rosenheim, Ulm, Ludwigsburg und Bad Homburg. Im Modus „jeder gegen jeden“ wurden die zwei Besten ermittelt, die dann in die reguläre WNBL-Meisterschaft eingegliedert werden sollten. Für die Young Angels bedeutete dies, vier Spiele auf hohem Niveau gegen Gleichaltrige, mit denen man sich messen und in denen man wachsen konnte. Headcoach Carina Unger meint: „Wir spielen in diesem Jahr um uns für die Quali nächste Saison vorzubereiten. Unsere Spielerinnen gehören fast komplett dem jüngeren Jahrgang an. Wir wollen Erfahrung sammeln und uns weiter entwickeln.“
Tatsächlich muss das Wochenende unter dem Schlagwort Erfahrung verbucht werden, denn viel zu holen gab es in Ludwigsburg nicht.
Auch wenn damit zu rechnen war, vier Niederlagen tun natürlich erst einmal weh, gerade für eine so junge Mannschaft. Das Hauptaugenmerk der beiden Coaches Carina Unger und Sophie Kleim war es dann auch, ihre Spielerinnen zu stützen, aufzurichten, das Ganze einzuordnen sowie kleine positive Dinge in den Fokus zu rücken.
Was die Spielerinnen mitnehmen konnten:
- Das Niveau kennengelernt: Sie haben erlebt, wie schnell, körperlich und intensiv Nachwuchs-Bundesliga-Basketball gespielt wird. Das kann kein Training ersetzen.
- Selbstvertrauen trotz Niederlagen: Wenn das letzte Spiel nur mit einem Punkt verloren ging, zeigt das: Man kann auf diesem Niveau mithalten. Der Abstand ist oft kleiner, als das Ergebnisblatt vermuten lässt.
- Lernen unter Druck: Qualifikationsturniere haben eine besondere Atmosphäre. Die Spielerinnen lernen, mit Nervosität, Erwartungsdruck und engen Spielen umzugehen und werden im nächsten Jahr davon zehren.
- Körperliche Entwicklung einordnen: Gegen Gegnerinnen anzutreten, die bis zu zwei Jahre älter sind, macht deutlich, woran man arbeiten muss. Gleichzeitig erkennen die Spielerinnen, dass viele Unterschiede noch durch Alter und Entwicklung entstehen.
- Teamgeist: Gemeinsame Niederlagen können eine Mannschaft sogar stärker zusammenschweißen als Siege. Man erlebt Enttäuschungen zusammen und lernt, wieder aufzustehen.
Für Trainer und Verantwortliche ist oft ein Satz entscheidend:
„Wir haben nicht gegen Gleichaltrige verloren, sondern gegen Spielerinnen, die uns in der Entwicklung teilweise zwei Jahre voraus sind – und trotzdem waren wir teilweise konkurrenzfähig.“
Gerade im Jugendleistungssport gilt: Mit 15, 16 oder 17 Jahren sind zwei Jahre ein riesiger Unterschied, nicht zu vergleichen mit dem Unterschied zwischen einer 26- und einer 28-jährigen Spielerin.
Das Fazit des Wochenendes:
„Das Ergebnis ist nicht, dass wir vier Spiele verloren haben. Das Ergebnis ist, dass wir jetzt genau wissen, was Nachwuchs-Bundesliga bedeutet – und dass wir gesehen haben, dass wir dort eines Tages hingehören können.“
Mit etwas zeitlichem Abstand wird das Projekt YOUNG ANGELS mit der sportlichen Leitung nachbesprochen und evaluiert, so dass die richtigen Konsequenzen gezogen und die nächsten Schritte eingeleitet werden können.
Ein Anfang ist gemacht. Herzlichen Dank an alle, die das Projekt unterstützt haben. Wir werden weiter daran arbeiten, gemeinsam.
