25. Januar 2026

Spiel verloren – Herzen gewonnen. Und manchmal ist genau das der schönste Sieg

Dbbl1 Sp14 Nördlingen Berlin Soller 49

Das Nebensächlichste vorweg: Die Nördlinger Eigner Angels verlieren – wenig überraschend – gegen den Favoriten ALBA Berlin. Wer am Samstagabend in der Hermann-Keßler-Halle jedoch nur auf das 65:68 schaut, verpasst die Geschichte dieses Spiels. Denn die fast 600 Zuschauer erlebten hemmungslosen Basketball, ein entfesseltes Basketballballett und einen Siegeswillen der Gastgeberinnen, der erst in den Schlussminuten aufgrund einer zu kleinen Rotation und schwindender Kräfte nicht zur Sensation reichte.

Mit nur sieben einsatzfähigen Spielerinnen und ohne Topscorerin Nicole Fransson verlangten die Angels dem Meister von 2023/24 alles ab. Basketballästheten mögen die 26 Turnovers monieren – neun davon im letzten Viertel –, doch wenn die Starting Five 30 Minuten und mehr auf dem Feld steht, erklärt das vieles. Jede einzelne Nördlingerin war an diesem Abend den Eintritt wert, ebenso wie ein begeisterungsfähiges Publikum, das trotz der knappen Niederlage eine Basketballparty feierte.

Angeführt von einer überragend startenden Samantha Ashby legten die Angels los wie die Feuerwehr. Nach nur zwei Minuten stand es 7:0, ALBA wirkte kurzzeitig überrumpelt. Zwar glich Berlin aus, doch getragen von der Halle zogen die Rieserinnen immer wieder davon und führten nach dem ersten Viertel 20:13. Als Jana Koch in der 16. Minute per Dreier erstmals eine zweistellige Führung herstellte (29:17), glaubte mancher bereits an die Sensation. Zur Pause führte Nördlingen hochverdient mit 36:28.

Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Angels vor den Augen von Damenbundestrainer Olaf Lange mutig dagegen, trafen von außen und trotzten dem erwarteten konditionellen Einbruch lange Zeit. Erst im Schlussviertel drehte Berlin das Spiel, ging in der 34. Minute erstmals in Führung und brachte den knappen Vorsprung trotz eines späten Mayer-Dreiers ins Ziel. Zwei Freiwürfe von Deeshyra Thomas entschieden schließlich eine Nördlinger Niederlage, die sich für die Eigner Angels wie ein Sieg anfühlte.

Die partywütigen Nördlingerinnen spielten mit: Pauline Mayer (9/1 Dreier), Laura Schinkel (15/2), Chanel Ndi (11 / 9 Rebounds), Jana Koch (5/1), Mariam Hasle-Lagemann (4), Natalie Kucowski (8/2 Dreier/9 Rebounds), Samatha Ashby (13/2 Dreier/7 Rebounds/6 Steals).

Rebounds 35, Freiwürfe 11/14 (79%)

Als Berliner Partycrasher entpuppten sich: Tessa Stamberger (15 / 3 Dreier), Deeshyra Thomas (15), Alina Hartmann (12/2).

Rebounds 23, Freiwürfe 12/18 (67%)

Text: Thomas Lambertz
Bild: Michael Soller