Eigner Angels Nördlingen – Saarlouis Royals 81:61 (21:13, 16:14, 28:14, 16:20)
Ein imposanter Nikolaus verteilte Geschenke in der Hermann-Keßler-Halle. Für die Eigner Angels hatte er ein ganz besonderes im Sack: eine überragende Leistung zum Start der Rückrunde. Mit einer kaum für möglich gehaltenen Glanzleistung setzen die Eigner Angels Nördlingen ein deutliches Zeichen und besiegen den Tabellenzweiten aus Saarlouis klar und auch in dieser Höhe verdient mit 81:61 (37:27).
Vor allem offensiv präsentierten sich die Gastgeberinnen wie ausgewechselt: Zehn von 19 Distanzwürfen fanden ihr Ziel, gleich fünf Angels-Spielerinnen erzielten zweistellige Punktzahlen. Saarlouis, bis dahin nahezu makellos durch die Saison gegangen, fand nie wirklich Zugriff zu der Partie am Nikolaustag.
Die Ausgangslage schien vor dem Tip-off eindeutig. Während die Royals eine Erfolgsserie hinter sich hatten, waren die Angels in der Hinrunde von Verletzungen und Rückschlägen gebeutelt. Auf dem Parkett zeigte sich davon jedoch nichts. Früh stellte das Team von Coach Kuusi die Weichen auf Sieg. Bereits in den ersten Minuten rauschten mehrere Drei-Punkte-Würfe durch den Korb, die Halle war sofort da. Beim 14:4 war der Traumstart perfekt, nachdem die offensichtlich wieder genesene Sam Ashby den vierten Dreier des Abends versenkte.
Auch defensiv agierten die Angels hochkonzentriert und ließen Saarlouis nur wenig Raum zur Entfaltung. Nach kleinen Unachtsamkeiten zum Ende des ersten Viertels verkürzten die Gäste zwar, doch mit einer 21:13-Führung ging Nördlingen in die erste Pause. Bis zur Halbzeit blieben die Angels dominant, verteidigten konsequent und kamen über schnelle Angriffe immer wieder zu guten Abschlüssen. Besonders Mariam Haslé-Lagemann sorgte für Szenenapplaus wenn sie wie ein warmes Messer durch Butter in die gegnerische Zone eindrang und vollstreckte. Die Deutsch-Französin sollte am Ende ihre 17 Punkte inklusive zwei Dreiern auf dem Scoreboard haben und warf dabei nur einmal daneben. Mit zehn Punkten Vorsprung ging es in die Kabine – und einer Royals-Offensive, die kaum Lösungen fand.
Nach der Pause zog Nördlingen das Tempo nochmals an. Vor allem Nachwuchs-Centerin Chanel Ndi setzte starke Akzente, behauptete sich unter dem Korb und glänzte sowohl als Scorerin als auch als Vorbereiterin und Rebounderin. Welche andere deutsche U20-Spielerin kann derzeit Double-Doubles in der 1. Liga vorweisen?
Kurzzeitig kam noch einmal ein wenig Unsicherheit auf, als Saarlouis Coach, der ehemalige Angel-Trainer Rozlapa die Defense umstellte und sein Team einige Distanzwürfe traf. Doch Sam Ashby, an diesem Abend nicht zu bremsen, konterte mit zwei weiteren Dreiern und nahm den Royals endgültig den Wind aus den Segeln. Spätestens zur Mitte des Schlussviertels war klar, dass dieser Sieg nicht mehr in Gefahr geraten würde. Die Angels spielten selbstbewusst, mit Energie und großer Spielfreude – die Hermann-Keßler-Halle bebte.
Immerhin 340 Zuschauer sahen das dritte Heimspiel innerhalb von sechs Tagen – und einen Auftritt, der Lust auf mehr machte. Zum nächsten Heimspiel am 21.12. hofft man in Nördlingen nun auf eine noch vollere Halle. Doch zunächst reist die Mannschaft am kommenden Wochenende nach Osnabrück. Wieder ein Topteam als Gegner, wieder eine Topleistung der Angels? Durchaus möglich, auch ohne Nikolaus.
Gegen Saarlouis spielten:
Nicole Fransson (11 Punkte, 9 Rebounds), Pauline Mayer (2, 5 Rebounds, 6 Assists), Laura Schinkel (3, 6 Assists), Chanel Ndi (13, 13 Rebounds), Jana Koch, Mariam Haslé-Lagemann (17, 2 Dreier, 7 von 8 Treffer), Natalie Kucowski (14, 9 Rebounds, 5 Assists), Sam Ashby (21, 4 von 9 Dreier, 5 von 5 Freiwürfe, 7 Rebounds), Dangi Pupkeviciute.
Facts:
Trefferquote Dreier: 10 von 19 (53%) | 4 von 21 (19%)
Trefferquote Freiwürfe: 13 von 14 (93%) | 7 von 12 (58%)
Rebound-Duell: 51 | 39
Assists: 24 | 13
Text: Kurt Wittmann
Bild: Michael Soller