Eigner-Girls siegen unerwartet gegen die Luchse aus Hannover

Ein Kraftakt sondergleichen gelang den Eigner Angels gegen den Tabellenvierten aus Hannover. Mit einer glänzenden Teamleistung in Offensive wie Defensive wurden die Hannover Luchse 76:60 besiegt, wobei die Kanadierin Sami Hill und die finnische Nationalspielerin Elina Koskimies herausragten.

Unter anderen Umständen wäre der Auftritt der Hannoveranerinnen in Nördlingen wohl auch als Klassenfahrt und großes Wiedersehen gefeiert worden: die drei Ex-Wasserburgerinnen Moten, Zipser und Eckerle zurück in Bayern, die Ex-Angels Tarasava, McCray und Parsons zurück an alter Wirkungsstätte, nicht zu vergessen Team-Managerin Doro Richter. Am Ende geht es aber dann im Profisport nicht um Ressentiments, sondern um Punkte und da wollten sich beide Teams keine Blöße geben.

Wie beflügelt von der Anwesenheit ihres aus Kalifornien eingeflogenen Daddys legte Nördlingens Asha Thomas los als gäbe es kein Morgen. Acht der ersten neun Angels-Punkte gingen auf ihr Konto. Angestachelt von ihrer Performance lagen die Gastgeberinnen schnell mit 18:11 in Führung. Dann packte das finnische National-Duo noch sechs Punkte drauf und die Rieserinnen lagen sensationell zur Viertelpause mit 26:13 vorne.

Dass Hannover nicht zufällig mit an der Tabellenspitze steht, bewiesen die Luchsinnen zu Beginn des zweiten Abschnitts eindrucksvoll. Immer wieder schnappten sich Hannovers Brossmann und McCray offensive Rebounds und verkürzten ihren Rückstand. „Play our game“ übertönte Nördlingens stimmgewaltiger Coach Tony Imreh die trotz 2G-Regelung anwesenden 160 Zuschauer in der Hermann-Keßler-Halle und seine Mädels folgten seiner Aufforderung prompt. Bianca Helmig nahm ihren Gegenspielerinnen zwei Mal den Ball aus den Händen, während ihre engelsgleichen Kolleginnen konzentriert ihre Stärken in die Waagschale warfen: Koskimies scorte unter dem Korb, Hill von außen und alle packten gemeinsam zu beim Kampf um den Rebound. Die Angels-Halbzeitführung von 43:25 war die logische Konsequenz einer hervorragenden Teamleistung in der ersten Match-Hälfte.

Was sind schon 18 Punkte Führung in der Halbzeit im Spitzen-Basketball? Nichts, respektive fast nichts. Nach zweieinhalb Minuten waren es nur noch zehn. Mit Dreiern und Offensivrebounds legten die Gäste ein paar Schwachstellen der Angels bloß, doch die Kampfkraft von Hill und Co bewies Resilienz. Die zahllosen spektakulären Szenen des dritten Viertels aufzuzählen verbietet der hier zur Verfügung stehende Platz. Doch wenn Sami Hill mit ihrem überragenden Speed wie eine Slalomläuferin mit Ball über das Feld sprintet, ist dies nicht nur erwähnenswert, es stockt den Zuschauern der Atem. Die Kanadierin lieferte aber nicht nur exzellente Offensiv-Aktionen, sie legte auch Hannovers Topstar Moten an die Kette, so dass diese weit unter ihren Möglichkeiten blieb. 15 Punkte betrug die Führung der Heimmannschaft zu Beginn des letzten Abschnitts, den Hill & Co zum Schaulaufen nutzten. Auch wenn die Kräfte zusehends schwanden, was ob der extremen Intensität des Spiels kein Wunder war, ließen die Angels an diesem Sonntag nichts mehr anbrennen, spielten ihre ganze Routine aus und zogen den Luchsen mit 76:60 den Zahn. 15 Steals gegenüber 9 bei Hannover sowie 12 Assists gegenüber 7 unterstreichen die Überlegenheit der Hausherrinnen in der Verteidigung und im Teamplay. Wenn jetzt noch Haslé -Lagemann und Wilson ins Team zurückkehren, was nur eine Frage der Zeit ist, können auch die oberen Regionen der Tabelle angegriffen werden.
 
Für die Angels spielten :
Asha Thomas (15,  3 Dreier), Mona Berlitz, Amenze Obanor, Elina Koskimies (19,1, 12 Rebounds), Sami Hill (21,1), Marina Dzinic (3), Anissa Pounds (10,2), Bianca Helmig (8), Mariam Haslé-Lagemann.

Zweierquote:  24 von 46 (52%)
Dreierquote: 7 von  21 (33%)
Freiwürfe: 71 von 10  (70%)
Reboundduell: 43:49

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