Eigner Angels schnuppern an einer Sensation

(thla). Nach einem Start nach Maß und den ersten beiden Heimpunkten von Angel Asha Thomas entwickelte sich ein spannendes Spiel auf höchstem Niveau über die gesamten 40 Spielminuten. Es war die beste erste Halbzeit, die die Eigner Angels gegen die Rheinland Lions ihrer stetig wachsenden Besucheranzahl boten. Gegen die individuell wahrscheinlich besten Spielerinnen der 1. Frauenbasketball Bundesliga zeigten die Gastgeberinnen, egal in welcher Formation sie auf dem Feld standen, höchste Intensität in der Verteidigung und herzerfrischenden mutigen Angriffsbasketball. Hätten sie nicht unnötige Fehlversuche von der Freiwurflinie (0/3) gehabt, hätten die Rieserinnen noch besser in das zweite Viertel starten können als mit einer doch überraschenden 18:16-Führung. Die Frage war, ob durch die verletzungsbedingte kleine Rotation der Hausherrinnen dieses hohe Tempo halten können. Und sie konnten. In der 14.Min lagen die Angels mit 23:18 in Front. Das Tempo war hoch und alle Angels brachten in ihren jeweiligen Einsatzzeiten viel Energie aufs Parkett. Die Starting Five wurde bestens von der Bank um Mona Berlitz, Bianca Helmig und Mesi Obanor unterstützt. Mehr konnte das Rumpfteam der Eigner Angels auch nicht anbieten, müssen Mariam Hasle-Lagemann und Meg Wilson noch weiter an diversen Verletzungen laborieren. So war es wenig verwunderlich, dass die Lions in der 17.Min wieder auf 28:27 heran waren und in der 19. Minute erstmals mit 32:30 in Führung gingen. Genau die Lions, die letzte Woche den zweifachen Deutschen Meister und Pokalsieger aus Keltern mit 97:75 aus ihrer eigenen Halle fegten.  Die Angels waren aber in den Köpfen des Aufsteigers präsent, beschäftigten diesen mehr als es Löwen lieb ist und trotz einer zu diesem Zeitpunkt starken Brianna Rollerson erkämpften sich die Rieser Dribblerinnen die Führung zurück (34:32).  Die ersten zwanzig Minuten (34:34) mussten irgendwie an die Substanz gehen und Spuren im Team von Coach Ajtony Imreh hinterlassen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Dreier von Taylor Wurtz, der aber umgehend von Asha Thomas beantwortet wurde. Es gab Action im Sekundentakt, von Müdigkeit bei den Angels keine Spur (22. Min 41:42, 26. Min 47:45). Unwesentlich zu erwähnen, dass auch die rund 250 Zuschauer echten Stress hatten und die Eigner Angels ihnen keine Ruhepause gönnen wollten. Es war weiterhin Basketball auf allerhöchstem Niveau, auch als sich die Rheinland Lions in der 29. Minute erstmals mit 53:47 leicht absetzen konnten. War das nun der zu erwartende Einbruch der Hausherrinnen? Coach Imreh nahm eine Auszeit, justierte neu, ließ die toll kämpfenden Youngsters Mona Berlitz und Bianca Helmig auf der Bank und brachte wieder Anissa Pounds und Marina Dzinic. Die Rheinländerinnen erhöhten die Schlagzahl und den Abstand auf 47:58 (30.Min), bei den Angels erhöhte sich die Atemfrequenz in gefährliche Höhen.  Mit 50:58 ging es in das letzte Viertel, ein Ergebnis, was man aufgrund der bekannt widrigen Umstände nicht erwartet konnte.

Das letzte Viertel eröffnete Asha Thomas mit ihrem dritten Dreier und ließ die Punkte 14 und 15 folgen (55:60, 32.Min). Nördlingens Finnin Anissa Pounds verkürzt auf 58:60, Marina Dzinic gleicht 60:60 aus. „Wow!“ hörte man Angels-Coach bei der Auszeit durch die Halle anerkennend rufen. Und hatte allen Grund dazu. Auf den Plätzen stand schon längst keiner mehr. Doch dann der Schock: Marina Dzinic holte sich ihr fünftes Foul und musste auf die Bank (34.Min, 60:62). Die Reaktion der Angels? 64:62 – Führung. Aber es waren noch fünf Minuten zu spielen. 1:40 vor Ende erneuter Führungswechsel durch Wurtz auf 73:71.  Durch einen weiteren Gianotti-Dreier auf 76:71 wurde diese ausgebaut. Und nun griff die individuelle Klasse der Gäste aus dem Bergischen. Knallharte man-to-man Defense ließen den Angels keinen Platz mehr, ihr Angriffsspiel durchzuziehen. Mit Fouls zwang man die Lions an die Freiwurflinie, wo diese aber keine Nerven zeigten. Die Angels schnupperten an einer Sensation, konnten aber in der Crunchtime kräftemäßig nicht mehr mithalten. Letztendlich verloren die Eigner Angels gegen einen sehr starken Aufsteiger, zeigten aber wahrscheinlich ihre beste Saisonleistung als Team und können durchaus stolz in die kommende schwierige Trainingswoche gehen.
 
Es spielten:
Asha Thomas (16 Punkte/ 5 Assists), Mona Berlitz (0), Amenze Obanor (4), Elina Koskimies (8/6 Rebounds ), Sami Hill (19), Marina Dzinic (8), Mariam Hasle-Lagemann (dnp), Meg Wilson (dnp), Anissa Pounds (20/ 6 Dreier), Bianca Helmig (0).

Bei den Rheinland Lions waren am erfolgreichsten:
Taylor Wurtz (23 4 von 4 Dreier ), Joyce Cousseins-Smith (18), Pele Gianotti (11)

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