SPLITTER #5

(thla).
Wenn das Eigner Angels – Team am vergangenen Sonntag nicht mit einer rekonvaleszenten „Einäugigen“ (Elina Koskimies, Augenverletzung, 13 Punkte) und ebenfalls fast genesenen „Einbeinigen“ (Asha Thomas, Muskelfaserriss, 6 Punkte) angereist wäre, wäre vielleicht mehr drin gewesen als eine knappe und durchaus achtbare 73:78-Niederlage. Ermutigend zu sehen, wie beide Spielerinnen sich trotz ausklingender Blessuren in den Dienst der Mannschaft stellten und ihr Team bis kurz vor Schluss von einer Sensation träumen ließen. Beide lassen im Verbund mit dem gesamten Team auf einen weiteren guten Saisonverlauf hoffen.

Wenn es ein verflixtes Jahr gibt, dann ist es bei Angel Amenze Obanor ganz sicher nicht das siebte Jahr. Die geborene Münsteranerin befindet sich nämlich in ihrer siebten Saison in Nördlingen. „Mesi“ wollte eigentlich basketballtechnisch kürzertreten und sich mehr Beruf und Familie widmen. Nach vier Spieltagen und einem Pokalspiel stehen für die 35-jährige im Schnitt knapp 20 Minuten Spielzeit, 4,5 Punkte und 4 Rebounds zu Buche. Beleg für ihr beachtenswertes Teamverständnis war die lange Reise nach Osnabrück, die die Centerin eigentlich nicht eingeplant hatte und aufgrund der Verletzungssorgen der Eigner Angels dennoch erfolgreich mitmachte.

Wenn die beiden verletzten Angels Mariam Hasle-Lagemann und Meg Willson diese Woche wieder ins Training einsteigen könnten und das Team erstmals komplett wäre in dieser Saison wird es für jeden Gegner in der 1. Frauenbasketball Bundesliga schwer. So soll es am kommenden Sonntag ab 16.00Uhr sein. Dann treffen die Rieser Ballkünstlerinnen nämlich in der Hermann-Keßler-Halle auf den Aufsteiger und ungeschlagenen Tabellenführer aus Bergisch-Gladbach. Die Rheinland Lions fegten den Deutschen Meister aus Keltern mit 97:75 regelrecht vom Platz und untermauerten ihre aktuelle Spitzenposition und bleiben weiter ungeschlagen…

wenn den Eigner Angels zusammen mit dem Publikum im Nördlinger Hexenkessel nicht ein Coup gelingt (Tickets auf der eigner-angels-Homepage). In der langen Bundesligageschichte gelang es den verschiedenen Angelteams schon mehr als einmal einen Favoriten ins Straucheln zu bringen. Warum also nicht auch die Löwen? Das Team um Coach Ajtony Imreh ist heiß und bis in die Haarspitzen motiviert. Auch, um ihren aktuellen Tabellenplatz neun nach unten hin abzusichern. Und wie man den 45-jährigen Ungarn kennt, feilt er schon akribisch an einem Matchplan.

Wenn der ungeschlagene Tabellenführer Rheinland Lions auf den ebenfalls ungeschlagenen amtierenden Deutschen Basketballmeister Rutronik Stars Keltern trifft sollte man meinen, dass die Frauenbasketballnation, sofern nicht live vor Ort und den Angels zuschaut, gebannt am Bildschirm hängt und dieses Spiel im Stream verfolgt. Weit gefehlt, denn das am meisten gestreamte Spiel auf Sporttotal war: Osnabrück gegen (Überraschung!) die Eigner Angels. Überhaupt scheinen die Angels sehr kameraaffin zu sein. Zusammen mit den Eisvögeln aus Freiburg gehören sie zu den am beliebtesten zugeschalteten Team und ziehen sowohl live im Stream wie auch on demand die meisten Zuschauer an.
Wenn Fans bis 15:45Uhr an der Tageskasse Karten erwerben wollen, zahlen neuerdings sie 5,00€ Servicegebühr. Damit soll der Andrang der last-minute-Käufer reguliert werden. Kundenfreundlicher und preiswerter gestaltet sich das Ganze, wenn freitags zwischen 15:00Uhr und 17:00Uhr im Kultwork, Polizeigasse 4 in Nördlingen gebucht wird. Egal wie, dank der neuen Infektionsschutzmassnahmenverordnung plant man bei den Angels, den Thekenbetrieb anzubieten. Zeit und Muße also für die Fans, das Gesehene im Bekanntenkreis gemeinsam Revue passieren zu lassen.

Wenn die Saison jetzt zu Ende wäre, gäbe es für einige Teams ein böses Erwachen: Die Royals aus Saarlouis um Ex-Angel Meggy Meynadier verloren zu Hause gegen den TSV Wasserburg 71:83. Trotz eines guten ersten Viertels und einer zwischenzeitlichen elf Punkte Führung konnten die Saarländerinnen den ersten Sieg der Bayerinnen nicht verhindern und warten weiter auf die Premierenpunkte dieser jungen Saison. Knapp am ersten Saisonsieg schrammten die Bascats aus Heidelberg vorbei. Beim Heimspiel gegen Marburg, aktueller Tabellenachter, verlor man das dritte Viertel deutlich mit 4:16, nachdem man zur Halbzeit noch 36:34 führte. Am Ende hieß es 54:59. Ebenfalls noch sieglos sind die Lions aus Halle. Das Tabellenschlusslicht trat mit einer deutlichen 55:76-Niederlage die Heimreise von den weiterhin verlustpunktfreien Freiburgerinnen an. Zur Erinnerung: diese Saison spielt die Liga mit 14 Teams und spielt vier Absteiger aus. Die ersten acht Teams küren in den Play Offs ihren Meister.

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