SPLITTER #4

(thla.) Schmerzlich war die Niederlage der Eigner Angels bei den Rutronik Stars in Keltern aus zweierlei Hinsicht: zum einen und vor allem durch die Verletzung von Angel Mariam Hasle-Lagemann schon in der dritten Spielminute. Die Deutsch-Französin hatte in den bisherigen drei Pflichtspielen über eine Stunde Einsatzzeit, erzielte 18 Punkte und holte sich zehn Rebounds. Dazu verteidigt die 20-jährige mit einer hohen Intensität und ist ein wichtiger Faktor von Coach Ajtony Imreh auf der Flügelposition wie auch unter dem Korb. Interessant dabei der Vergleich beider Teams auf der Position der medizinischen  Versorgung: während bei den Heimspielen der Eigner Angels mit Christina Hager als Physiotherapeutin und den Ärzten Dr. Gordian Schmid oder Dr. Ben Magudya immer ausreichend Fachpersonal zu Verfügung steht, sieht man das beim deutschen Meister und deutschen Pokalsieger aus Keltern wohl etwas lockerer. Erst Mitte des dritten Viertels war ein Arzt verfügbar. Wenig meisterlich.

Zum anderen hielten die Angels, erneut angeführt von einer starken Spielführerin Sami Hill, trotz des Anfangsschocks in der ersten Halbzeit sehr gut mit. Die Auswechselmöglichkeiten verringerten sich zwar für Coach Imreh weiter – Asha Thomas ist auch noch nicht einsatzfähig – doch das zweite Viertel gewannen die Rieserinnen verdient mit 16:15. Nach der Pause  kam dann der zu erwartende Einbruch, hatten die Nördlingerinnen erst am Freitag ein intensives Match gegen Heidelberg gewonnen, während Keltern bereits am Donnerstag spielte und somit einen Tag mehr Regeneration hatte.

Während die Niederlage der Angels in Keltern keine Überraschung war, dürfen sich manch andere Mannschaften wundern: der Vizemeister und kommende Auswärtsgegner aus Osnabrück verlor in Marburg denkbar knapp 70:71. Auch der Sieg der Düsseldorferinnen in eigener Halle gegen Saarlouis und Ex-Angel Meggy Meynadier mit 80:70 durfte nicht jeder auf dem Schirm gehabt haben.  Hannover gewinnt erwartungsgemäß in Halle mit 73:64, Herne ringt Heidelberg mit 66:64 nieder und ebenso spannend war es in Freiburg. Dort siegten die Gastgeberinnen gegen die Veilchen aus Göttingen mit 74:70. Das größte Ausrufezeichen aber hinterließ Aufsteiger Rheinland Lions in Wasserburg. Die Löwinnen bezwangen das Traditionsteam aus Bayern mit 69:64 und führen die Liga auf ungeschlagen auf Platz eins an, punktgleich mit Hannover, Keltern und Freiburg. Dahinter folgen mit den Eigner Angels die Nördlingerinnen, punktgleich mit Göttingen und Herne. Noch sieglos sind Wasserburg, Saarlouis, Heidelberg und Halle. Zu Erinnerung: in dieser Saison steigen vier Mannschaften ab. Das der elffache deutsche Meister und neunfache Pokalsieger nach drei Spieltagen dazu gehören wird, ist zu bezweifeln, der schlechte Saisonstart ist dennoch bedenklich.

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