SPLITTER #3

Stefan Riess staunte nicht schlecht. Als der Fahrer, Busunternehmer und gleichzeitig Besitzer des neuen 430PS-starken Mannschaftsbusses der Eigner Angels das Nördlinger Team wieder an Bord nahm, waren er und Team in Partylaune. „Eigentlich habe ich mir ja überlegt, rüber nach Bochum zum Fußball-Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart zu fahren und die Basketballerinnen später wieder einzuladen. Zum Glück bin ich bei der Mannschaft geblieben und durfte ein wahnsinnig spannendes Match sehen. Das habe ich so nicht erwartet.“ Sichtlich angefixt vom Team und der guten Atmosphäre genoss Riess auch die Führung, die er mit Funktionären des TC Herne durch das neue rollende 13mtr lange, 3,77mtr hohe und 15,5t schwere Wohnzimmer der Nördlinger Basketballerinnen durch und um das dreiachsige, 36-Plätze umfassende Flaggschiff herum machte. „Die staunten schon nicht schlecht. Witzig auch, dass wildfremde Menschen uns auf der Autobahn und in der Stadt anhupten und zuwinkten.“ So könne es die nächsten 10.000-Auswärtskilometer weitergehen. „Nur die Gesangseinlagen müssen sich verbessern!“ schmunzelte der Unternehmer Riess.

Angels – Finanzvorstand Peter Struck räumte dann auch einen gewissen Anteil am Sieg der Rieserinnen der entspannten Anreise mit dem geräumigen Bus ein. „Es ist einfach ein anderes Reisen. Nicht nur komfortabler, sondern auch wesentlich sicherer und nachhaltiger.“ Früher sei man mit zwei Kleinbussen angereist, hat wesentlich mehr Diesel verbraucht, mehr CO2 und Lärm verursacht und brauchte auch länger, bis die Spielerinnen die Fahrt aus den Knochen geschüttelt hätten. „Jetzt sind wir um sieben losgefahren, haben mit 23ltr pro 100km viel weniger Treibstoff als sonst verbraucht, die Spielerinnen konnten noch bequem ruhen oder gar schlafen und nach 500km ist man entspannt ausgestiegen.“ so Struck, der neben Sascha Kosiurak früher einer der beiden Fahrer der angesprochenen Kleinbusse und somit Mitleidender war. Jetzt reisen die Angels mit 5-Sterne-Ausstattung und einer Reihe von Sicherheitsfeatures, die sowohl Mensch als auch Umwelt zugutekommt.
 
Trotzdem: keinen entspannten Eindruck machten die Eigner Angels lange Zeit auf dem Feld. Erst nach der Halbzeit fand das Team sich einigermaßen und kämpfte den TC Herne mit einer Willensleistung nieder. Der verdiente 68:67-Sieg war eine Überraschung, sensationell aber der hohe Heimsieg im Löwenduell von Aufsteiger Rheinland Lions gegen Gisa Lions aus Halle (87:52). Serienmeister TSV Wasserburg verlor zu Hause gegen Vizemeister Osnabrück 65:73. Knapp war der Sieg des deutschen Meisters aus Keltern in Marburg beim letztjährigen Tabellendritten (71:70). Der kommende Gegner der Eigner Angels am Freitag, 01.10.2021 um 19.30, die SNP Bascats vom USC Heidelberg, zog zu Hause gegen die Veilchen aus Göttingen mit 67:82 deutlich den Kürzeren. Mit Heidelberg haben die Dribbelkünstlerinnen aus dem Ries noch eine Rechnung offen, kickten die Neckarstädter die Nördlingerinnen doch aus dem Pokal 2020/2021. Gute Voraussetzungen also für Emotionen.
 
Emotionen sprudelten auch aus Nördlingens Headcoach Ajtony Imreh, als ihn die übermittelten Glückwünsche von Oberbürgermeister David Wittner und von den beiden Geschäftsführern des Namensgebers Eigner Bauunternehmung, Werner Luther und Wolfram Uhl, erreichten. „Nach dem letzten Coronajahr tut es der Mannschaft, dem Umfeld und mir persönlich so gut, positives Feedback zu bekommen. Das Team hat das und den Sieg in Herne so sehr verdient“. Imreh, immer noch ungläubig ob des Sieges, sprach sogar von einer Sensation: „Herne konnte mit einer wesentlich größeren Rotation (12 Spielerinnen) arbeiten als wir (8 Spielerinnen).“ Ausdrücklich lobte er seine Kapitänin Sami Hill, die ein hohes Tempo ging und gleichzeitig gegen Hernes Beste, Kristina Topuzovic (17 Punkte), gut verteidigte. Auch die finnische Nationalspielerin im Angels – Dress, Elina Koskimies (20 Punkte) bekam viel positives Feedback. „Elina hat hervorragend verteidigt, machte einen entscheidenden Dreier und war der Matchwinner“. Nicht zufrieden war der 45-jährige Ungar mit dem Insidespiel. „Wir müssen mehr über Marina Dzinic und Meg Wilson spielen und in der Zone gefährlicher agieren“. Ein Punkt, den Imreh für das Heimspiel gegen Heidelberg am Freitag umgehend angehen will.

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